Evangelos Sbonias (Trainer der U21 des 1. FC Köln): „Glückwunsch an meinen Trainerkollegen Mike und an den Wuppertaler SV zum Sieg heute. Es war klar, dass wir nicht unser gewohntes Spiel aufziehen werden können. Wir können in einer Woche mit der jungen Mannschaft den Ansatz, wie wir spielen können und wollen, umkrempeln. Damit mussten wir umgehen. In der ersten Halbzeit ist zwei, dreimal aufgeblitzt, was die Jungs imstande sind zu leisten.
Nach der roten Karte ist mir schnell klar gewesen, dass aufgrund der Platzverhältnisse und der Art und Weise, dass es dann wild wird. Wir müssen uns vorwerfen, dass wir am Ende das Tor kassieren, sonst geht es 0:0 aus. So ist es natürlich ein bitterer Nachmittag für uns. So haben wir uns das natürlich nicht vorgestellt.“ (Bilder)
WSV schlägt Kölns U21
Mike Wunderlich (Trainer des Wuppertaler SV): „Die Reaktion war heute entscheidend. Wir haben letzte Woche viel Kritik bekommen, zu Recht auch. Wir haben viele Gespräche geführt nach dem Auftritt auf Schalke. Für uns war wichtig, dass wir gesagt haben: So ein Spiel werden wir nicht noch einmal machen.
Was die Mannschaft heute abgerissen hat, ist aller Ehren wert. Da ziehe ich den Hut vor. Wir wussten um die Qualität vom FC, dass das eine sehr gute Mannschaft ist. Das war die dritte Zweitvertretung in Folge. Das sind schon Bretter gerade in unserer Situation. Wir wollten mutiger sein und höher anlaufen, um aktiv ins Spiel zu kommen. Das ist uns in der ersten Halbzeit nicht so gelungen, wie wir uns das vorgestellt haben, aber das lag auch an der Qualität vom Gegner.
Man hat nach 20, 25 Minuten schon gemerkt, dass der FC einen besseren Zugriff bekommt, dass sie Räume finden. Wir wussten, dass wir viel leiden müssen, dass jeder für den anderen da sein muss. Die gelb-rote Karte ist eigentlich an Dummheit nicht zu übertreffen, wenn man im Abstiegskampf ist. Wenn man eine gelbe Karte hat, ist es schon sehr nah an der Grenze, wenn ich auch noch den Ball wegschieße.
Das bringt uns dann noch mehr Druck. Wir wussten, wir haben noch 25 Minuten. Es ging darum, mit aller Gewalt das Tor zu verteidigen, den Punkt zu nehmen. Wir haben dann den Schuss von Aydogan und den Kopfball. Michael (Luyambula, Anm. der Red.) hat uns im Spiel gehalten. Das Spiel war auf des Messers Schneide.
Ich habe den Jungs gesagt: Jeder Sieg tut in unserer Situation gut. Aber schöner als heute mit mehr Emotionen und mehr Belohnung für den Auftritt gibt es nicht. Das haben sich die Jungs brutal verdient. Es ist seit Oktober der erste Sieg. Das wird uns extrem guttun. Nach dem Heimspiel Dortmund hat wie genauso eins.
Unser Weg muss mit purer Leidenschaft sein. Das sieht nicht immer schön aus, aber es geht im Abstiegskampf darum, seinen Mann zu stehen, als Team geschlossen aufzutreten und diesen Verein zu repräsentieren. Das sind Werte, die haben wir heute gezeigt. Das freue ich mit extrem für meine Mannschaft. Euch viel Erfolg in der Saison.
(zu Amin Bouzraa) Wir haben in dieser Woche ein langes Gespräch geführt. Er bringt Qualität mit und hat Attribute, die uns guttun. Aber er muss auch um seine Rolle wissen und sie akzeptieren und für sich annehmen. Er ist ein Spieler, der mit seiner Wucht und seinem Tempo in einem offenen Spiel sehr guttut. Natürlich will man als Spieler immer beginnen.
Aber ich habe ihm gesagt: Du musst es annehmen, Du wirst eine Waffe für uns sein. Er ist ein Straßenfußballer, der sich wenig Gedanken macht. Er war alleine, zieht nach innen und trifft von zehnmal so einmal rein, aber das haben wir gebraucht. Es ist ein Spieler, der sich wenig Kopf macht, der alles raushaut. Deshalb freut es mich für ihn.
Allgemein war es wichtig, dass wir die Neuzugänge im Winter bekommen haben, um die Breite zu haben und nachlegen zu können. Wir sind mit allen zufrieden. Wir haben mehr Optionen, und das tut uns gut.“
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