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Studie: Wuppertal ist sportfaul

Ranking zu „Deutschlands Sportparadies“ : Studie: Wuppertal ist sportfaul

Zahlreiche Turnvereine, ein starkes Bewusstsein für Prävention – sonst aber nur Durchschnitt oder schlechter: Wuppertal hat bei der Suche nach „Deutschlands Sportparadies“ unter den 20 größten Städten den 13. Platz belegt. Dies ergab eine Studie des Firmenfitness-Anbieters „Hansefit“. Damit lässt sich Sport in Wuppertal recht schlecht in den Alltag integrieren. Wuppertal ist die zweitschlechteste Stadt in Nordrhein-Westfalen, lediglich Duisburg schneidet noch schwächer ab.

Die Hansefit-Studie brachte zum Vorschein, dass es in Wuppertal verhältnismäßig viele Turnvereine gibt. In dieser Kategorie schaffte es die Stadt auf den dritten Rang. Das war in den Kategorien zwar der einzige Podestplatz, aber nicht die einzige gute Platzierung. In folgenden Wertungen erreichte Wuppertal ebenfalls vordere Platzierungen: in den Online-Suchen nach dem Begriff „Präventionskurse“ belegt die Stadt Platz 4 und nach „Achtsamkeit“ Platz 5.

Das unterdurchschnittliche Abschneiden von Wuppertal wird bereits beim Blick auf die Sporteinrichtungen in der Stadt sichtbar. Zwar gibt es eine Ausnahme – bei der Anzahl der Schwimmbäder erreicht die Stadt einen guten sechsten Rang. Die drei kleineren Städte der Studie – Bielefeld, Bonn und Münster – schneiden in dieser Kategorie aber noch besser ab.

Zu allem Überfluss muss Wuppertal akzeptieren, dass bei der Anzahl der Fitnessstudios (Platz 17) noch jede Menge Nachholbedarf besteht. Zwar hat Münster in dieser Hinsicht noch weniger zu bieten. Alle anderen Städte in Nordrhein-Westfalen schneiden allerdings besser ab als Wuppertal.

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Was die Anzahl der Vereine angeht, präsentiert sich Wuppertal mit Licht und Schatten. Bei den Turn- (Platz 3) und Tennisvereinen (Platz 8) gelingen tolle Ergebnisse. Nur Bielefeld hat in NRW mehr Turnvereine zu bieten als Wuppertal. Außerdem gibt es bei der Anzahl der Tennisvereine zahlreiche Städte in NRW, die deutlich schlechter platziert sind.

Nicht ganz ins Bild passt indes der 16. Rang bei der Anzahl der Fußballvereine. Mit Ausnahme der beiden Großstädte Köln und Düsseldorf schneiden alle Städte in NRW hier glänzend ab – Münster besticht sogar mit der höchsten Dichte an Fußballvereinen in ganz Deutschland!

Überhaupt nicht erfreulich ist für Wuppertal zudem das Ergebnis bei den Spitzensportvereinen (Platz 17) – was wiederum ins Bild passt. Denn abgesehen von Essen landet in dieser Kategorie keine NRW-Stadt unter den Top 5.

Wie in den meisten deutschen Städten ist auch in Wuppertal ein gewisser Zusammenhang zwischen beiden Kategorien zu sehen. Wenn die Werte in der einen Kategorie ordentlich sind, gibt es in der anderen Steigerungspotenzial. So erreicht Wuppertal bei der zur Verfügung stehenden Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche einen durchschnittlichen elften Rang. Überraschenderweise sind viele Städte im Ruhrgebiet in dieser Kategorie freundlicher zu Sportfanatikern.

Ein katastrophales Ergebnis erreicht Wuppertal allerdings, was das Interesse der Einwohner für digitale Sportangebote angeht. In keiner anderen deutschen Stadt ist dies so gering wie in Wuppertal.

Bei der Online-Suche nach gesundheitsrelevanten Begriffen präsentiert sich Wuppertal hingegen konstant ordentlich. Und das ist besonders. Alle anderen Städte in NRW haben mindestens einen Ausreißer, durch den sie nicht in den Top 10 landen. Wuppertal hingegen schafft es in jeder einzelnen Kategorie in die vordere Hälfte der Wertung. Besonders zu erwähnen ist die Tatsache, dass die Einwohner von Wuppertal offenbar gesundheitlich vorbeugen (möchten). Sie geben häufig die Begriffe „Präventionskurse“ (Platz 4) und „Achtsamkeit“ (Platz 5) in die Suchleiste ein. Essen als Überflieger der Gesamtwertung weist beim Thema „Präventionskurse“ den schlechtesten Wert in ganz Deutschland auf.

Hinweise zur Methodik der Studie

  • In die Gesamtbewertung einer Stadt gingen insgesamt 14 Sub-Kategorien (Stand: 31.12.2020) ein. Diese wurden gruppiert und gewichtet. Die Gruppen waren:
  • Institutionen (30 Prozent) – bestehend aus der Anzahl der Fitnessstudios, Yogastudios und Schwimmbäder
  • Vereinswesen (30 Prozent) – bestehend aus der Anzahl der Fußball-, Tennis-, Turn- sowie Spitzensportvereine
  • Digitales Bewusstsein (30 Prozent) – bestehend aus dem Interesse an digitalen Sportangeboten sowie dem Suchvolumen für die Begriffe Fitness, Firmenfitness, Achtsamkeit, Präventionskurse und gesunde Ernährung
  • Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche (10 Prozent)

Mehr Infos und die gesamte Studie gibt es hier.