"Ob wir das noch erleben?"

"Ob wir das noch erleben?"

Die Wuppertaler Rumänienhilfe ist von ihrem 38. Hilfstransport zurückgekehrt. Organisator Arno Gerlach berichtet ausführlich.

Eine Mischung von Freude und Sorge bestimmt die Gefühle eines lange mit uns befreundeten Ehepaares in Ostrumänien. Beide, er und sie, setzen sich seit mehr als 30 Jahren für arme und Not leidende Familien in ihrer Umgebung ein. Gerade vor zwei Tagen, 25 Jahre nach der Revolution, hatte das rumänische Volk in einer Stichwahl mit deutlicher Mehrheit einen Staatspräsidenten gewählt, der der alten Nomenklatura den Kampf angesagt hat. "Endlich! Und ihr erlebt es mit uns", kommt es erleichtert über ihre Lippen. "Aber er hat einen schweren Weg vor sich", fügt er hinzu.

Sie wissen sehr genau, wovon sie reden. Ihr ganzes Leben ist ein einziger Kampf gegen Diktatur, Korruption, Ignoranz und Willkür. Sie suchen nicht den Erfolg, sondern die Erfüllung ihres Lebens. Sie sind den Jahrzehnte langen Zynismus der Versprechungen korrupter Politiker leid und sehnen sich nach Veränderungen, nach Taten. Nachdenklich schaut er sie und uns an: "Was meinst du? Ob wir das noch erleben?" — Und nach einer Weile: "Wir sind froh, dass wir euch haben. Sonst hätten wir die Hoffnung längst verloren!" Keiner sagt etwas. Augenblicke, in denen Schweigen und Blicke jedes Wort ersetzen.

Mehrere Monate vor dem Konvoi-Start ist eine engagierte Gruppe von Frauen in unserer nicht gerade gemütlichen Lagerhalle mit der Annahme, der Sortierung und Verpackung der Spendenwaren beschäftigt. Berge von Materialien müssen bewältigt werden. Bei der Verteilung in Rumänien ist es gut, zu wissen, dass alles durch ihre sorgsamen Hände ging. Wenige Tage vor der geplanten Verladung der Hilfsgüter schockt uns die Nachricht, dass die LKW-Verleihfirma uns keinen der längst bestellten und zugesicherten Sattelzüge zur Verfügung stellen kann. Ein unvorhersehbares "Dispositionsproblem", so formuliert es das Unternehmen. Für uns unfassbar. Plötzlich ist die ganze Aktion in Frage gestellt. Eine Ersatzbeschaffung scheint aussichtslos. Was nun?

In einem Hinterhof am Stadtrand von Heltau. Foto: Arno Gerlach

Es grenzt an ein kleines Wunder, dass wir nach zweitägigen, intensiven Bemühungen bei einem MAN-Truck-Center sämtliche erforderlichen Sattelzüge anmieten können. Wir atmen tief durch. Bevor der erste Auflieger, den uns die Firma Meisen regelmäßig zur Verfügung stellt, beladen werden kann, muss das große Gefährt erst einmal durch die enge Einfahrt auf das Gelände der Lagerhalle. Für jeden Fahrer eine Herausforderung. Zwischen LKW-Aufbauten und Mauerbögen passt nur noch die sprichwörtliche Zeitung. Ohne qualifizierte Einweisung eines erfahrenen Crewmitglieds ist da nichts zu machen. Nach und nach manövrieren wir auch die weiteren Sattelzüge durch das Nadelöhr.

Jede Lücke in den Laderäumen der LKW wird genutzt, denn alle für den Transport fertig gestellten Hilfsgüter müssen mit. Die vorher überfüllten Lagerräume leeren sich zusehends. Zu nächtlicher Stunde arbeiten sich die vollbeladenen Laster im Schneckentempo erneut durch den engen Torbogen, dann weiter durch die schlafende Stadt zur Hauptfeuerwache. Geschafft!

Am späten Abend, nach der technischen Aufrüstung aller Fahrzeuge, einer kurzen Mannschafts-besprechung und dem Funktest, startet der Konvoi wie gewohnt vom Innenhof der Feuerwehr. Dann funkt das Schlussfahrzeug: "Alle auf der Bahn!" Der Konvoi rollt: Köln - Frankfurt am Main - Würzburg - Regensburg - Passau - Linz - Wien - Győr - Budapest. Dank der amtlichen Befreiungen vom Wochenend- und Feiertagsfahrverbot für humanitäre Hilfstransporte kommen wir in der Nacht gut voran.

Vor dem Anbruch der zweiten Nacht wäre eine längere Pause angebracht. Aber bis Mitternacht sollten wir Ungarn durchquert haben. Erfahrung und Handlungsroutine der Fahrer tragen auch in schwierigeren Situationen dazu bei, dass wir uns noch rechtzeitig der ungarisch-rumänischen Grenze nähern.

Dort, wo ein langer, gerader Straßenabschnitt die Sicht auf den etwa zwei Kilometer entfernten Grenzübergang freigibt, zwingen uns rote Leuchten vor uns zum Bremsen. Wir stehen vor einer unendlich langen Schlange wartender LKW. Das ist ärgerlich. Wir wissen, dass auf der anderen Seite der Grenze unsere rumänischen Freunde schon stundenlang auf uns warten. Über Handy nehmen wir Kontakt mit ihnen auf. Sie tun alles, um uns Hilfe für eine schnellere Abfertigung zu organisieren. Doch das geht nicht immer gut. Aber was sollen wir machen? Wir müssen etwas unternehmen.

Der am Konvoi-Ende operierende Mannschaftswagen passiert sämtliche LKW und erkundet die Lage unmittelbar am Grenzübergang. Kurz darauf entscheiden wir uns einmal mehr für eine beherzte Aktion. Eskortiert von unseren beiden Feuerwehrfahrzeugen und besonderer Signalisierung, zieht der Konvoi mit eingeschalteten Warnblinkern an der nicht enden wollenden LKW-Schlange vorbei. Dort, wo es einspurig wird, steigt die Spannung. Wie kommen wir nun dazwischen?

Wohnhütte aus Lehm einer zwölfköpfigen Familie in Puiesti. Foto: Arno Gerlach

Die ungarischen Grenzpolizisten haben offensichtlich den tieferen Sinn der Maßnahme nicht gleich erkannt. Sie zeigen sich sehr erstaunt über die aus dem Nichts auftauchende, mit funkelnden Lichtern auf sie zurollende LKW-Kolonne. Erst nach den für uns nicht ganz ungewohnten Diskussionen bewegen sich unsere Trucks in gebührendem Abstand über die immer noch einer Mondlandschaft ähnelnden Straßenverbindung zur rumänischen Seite. Das haben wir geschafft! Und da stehen sie auch schon, unsere Freunde! Wir begrüßen uns sehr herzlich. Auch wenn es dunkel und kalt ist, sie haben lange ausgehalten.

Dann geht alles sehr schnell. An einer nahe gelegenen, uns bekannten Stelle versammeln sich immer mehr Menschen, die uns mitten in der Nacht beim Abladen helfen wollen.

Krankenbetten, medizinische und klinische Geräte, Verbandstoffe, Waschmittel und Kleidung, Schuhe, Decken, Bettwäsche und Windeln werden abgeladen und den verschiedenen Krankenhäusern, Kinderheimen, Sozialstationen, Altenheimen und Familien in entfernten Dörfern zugeordnet.

Währenddessen improvisieren etliche Frauen und Männer in der ansonsten kalten, ungemütlichen Halle zwischen Paletten, Säcken und Kartons einen Tisch mit selbst gefertigten rumänischen Speisen und heißem Tee. Alles haben sie hierher gebracht. Eine unglaubliche Mühe! Beim Abschied tröstet uns das Wissen, dass wir uns nach der Rückkehr aus Ostrumänien nochmal sehen werden.

Der Konvoi setzt sich wieder in Bewegung, Richtung Osten. Allmählich macht sich der Schlafverlust bemerkbar. Wir werden müde. Es ist ein Gebot der Vernunft, den nächsten freien Platz anzusteuern, um etwas auszuruhen. Zwei Stunden in krummer Körperhaltung zwischen Lenkrad und Sitz oder neben Paletten auf der Ladefläche sind genug. Die ersten Motorengeräusche holen auch die letzten Halbwachen aus ihrer Kauerstellung. Es geht weiter.

Nach dem ersten Pass in den Westkarpaten halten wir an, positionieren unsere Fahrzeuge wie eine Wagenburg und bereiten ein rustikales Freiluftfrühstück auf der Ladebordwand des Feuerwehr-LKW. Die heißen Getränke tun gut. Kurz vor Cluj entdecken wir zwei weibliche Personen. Wie Anhalter winken sie uns zu. Es sind unsere beiden Frauen, die uns bis hierher vorausgeflogen sind. Nun ist die Mannschaft komplett. Am frühen Abend kommt Leben in den siebenbürgischen Ort Cisnădioara (Michelsberg). Der Konvoi rollt langsam auf den Dorfplatz und ordnet sich. Alle, die umherstehen, beobachten das Manöver.

Übergabe eines Lebensmittel-Paketes an eine bedürftige Familie in Heltau. Foto: Arno Gerlach

In einem uns bekannten Freizeitheim zwischen alten Obstbäumen stehen uns Betten und fließendes Wasser zur Verfügung. Darauf freuen wir uns. Die Ruhe und der Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Karpaten sind immer wieder eindrucksvoll. Beim Deutschen Forum entladen wir die Hilfsgüter für die Versorgungsstellen in Cisnădie (Heltau) dran. Auch wenn die helfenden Männer vor Ort nicht jünger geworden sind, packen alle mit an. Waschmittel, Kleidung, Bettwäsche, Decken, Schuhe, Kinderbetten, Windeln, Einlagen und vieles andere mehr kommen den bedürftigen Menschen hier in Cisnădie und Umgebung, vor allem Kindern und Alten zugute.

Die RHW-Lagerhalle vor dem Start. Foto: Arno Gerlach

Die Frauen vom Forum stehen seit Stunden in der alten, bäuerlichen Küche und kochen und brutscheln rumänische Traditionskost. Wir genießen das Beisammensein am Abend in entspannter Atmosphäre. Ein alter Freund, Mitglied der Heltauer Gemeinschaft, ist kurz vorher verstorben. Auf seiner Grabstätte, die wir besuchen, liegen noch viele Kränze und Blumen.

Eine Frau (Mitte) im im Armenviertel von Cisnadie mit ihrem Baby (auf dem Arm von Crew-Mitglied Bärbel Kramer) und ihrem blinden Vater (im Hintergrund). Rechts Arno Gerlach. Foto: Rumänienhilfe

Bei unseren Freunden erfahren wir auch die "Nachricht des Tages": Der Oberbürgermeister von Sibiu (Hermannstadt), Klaus Johannis, hat heute die Stichwahl zum Staatspräsidenten gegen seinen Konkurrenten Victor Ponta, überlegen gewonnen. Ein lang gehegter, aber bisher unerfüllbar scheinender Wunsch geht in Erfüllung. Eine Grußbotschaft per SMS an den "Neuen" quittiert dieser umgehend mit "Danke!". Bei den meisten Menschen spüren wir ein Aufatmen. Für sie und uns besteht zum ersten Mal die berechtigte Hoffnung auf einen politischen Wandel.

Zum Konvoi-Programm gehören auch Besuche bei den bedürftigen Familien, meist am Rande der Stadt, denen unsere Hilfe in erster Linie dient. Wenn wir den Anblick der Not und der schlimmen Lebensverhältnisse nicht schon "gewohnt" wären, würde es uns nicht selten die Sprache verschlagen. Das Leben vieler Menschen findet immer noch in feuchten Kellernischen - ohne Tageslicht - oder direkt unter der Erde statt. Unsere mitgebrachten Lebensmittelpakete nehmen sie gerne und dankbar an. Eindrücke, die uns lange nicht loslassen! Der wehmütige Abschied von unseren Freunden macht uns wieder einmal bewusst, dass es nicht sicher ist, ob wir uns so oder überhaupt wiedersehen werden. Die Schar der Aktiven wird kleiner.

Heute liegt wieder eine lange Strecke vor uns. - durch weite Täler, über mehrere Pässe der Zentralkarpaten bis in die östliche Region Moldowa. Die Tage sind kurz. Es wird wieder früh dunkel. Der Straßenverkehr mit seinen unvorhersehbaren Geschehnissen fordert stundenlange, hohe Konzentration. Von Bârlad sind es noch 30 Kilometer. Kurz hinter der Dorfgrenze, am Ende einer Baumgruppe, sehen wir Licht. Wir sind da! Aber aufgepasst! Hier ist wieder eine der kritischen Zufahrten. Auf engstem Raum von der Straße durch ein schmales Eisentor auf das Gelände.

"Herzlich willkommen!" hören wir in rumänischer, englischer und deutscher Sprache. Ja, auch hier haben sie sehnlich auf uns gewartet. Sie sind sichtlich erleichtert, dass wir gesund angekommen sind. Und es regnet. Sofort werden wir in einen einfachen Raum gebeten, in dem alles, was die eigene landwirtschaftliche Produktion hergibt, für unser leibliches Wohl vorbereitet ist. Auch eine fantastische Torte mit der Aufschrift "25 Jahre Rumänienhilfe Wuppertal". Wir staunen nur.

Schnell tauschen wir die aktuellen Nachrichten aus, hören von alten und neuen Problemen. Doch bald brauchen wir etwas Schlaf. Die Nacht wird kurz. Jeder findet irgendwo im Haus oder auf dem Gelände ein bettähnliches Gestell oder eine Liege.

Am Morgen ist es wieder nasskalt. Fleißige Landarbeiter helfen uns mit einem museumswürdigen Traktorgespann, die Hilfsgüter in das vorgesehene Depot zu verfrachten. Sie sind bestimmt für das Kreiskrankenhaus, die Dorfpraxis, eine Notfallstation, Alten- und Kinderheime und für viele Familien in den umliegenden Dörfern. Alles wird nach dem uns bekannten Bedarf der jeweiligen Stellen sortiert. Auch hier besuchen wir Familien in ihren Behausungen, wie Lehm- oder Holzhütten, denen unsere Hilfe zu Gute kommt.

Bevor wir nun weiterfahren, sitzen wir im kleinen Kreis in einem Nebenraum. Wir sprechen über Politik. Dabei geht es natürlich auch um Korruption, Stillstand und Rückschritt, Enttäuschungen und Ärgernisse. Doch bei aller Resignation kommt ein kleiner Hoffnungsschimmer auf: der neue Staatspräsident! Von ihm verspricht man sich eine Wende. Zunächst aber wird er wohl großen Widerstand bekommen, wenn er die "alte" Garde ausschaltet. "Ob wir das noch erleben?", höre ich. Trotz des Versprechens, so bald als möglich wiederzukommen, halten sie unsere Hände lange fest.

In ein paar Stunden werden wir in Iasi sein. Dort unterstützen wir die mühsame Arbeit des Priesters und seiner Gemeinde. Sie betreuen rund 120 Familien, die in bitterer Armut leben. Das Abladen der Paletten, Säcke und Kartons vor der Kirche in einer Seitenstraße, im Dunkeln und bei Regen, ist nicht ganz ungefährlich. Viele Männer und Frauen sind gekommen, packen an, schleppen und laufen, stapeln und sortieren.

Dann bittet uns der Priester in seine Kirche. Dort begrüßt er uns herzlich und bedankt sich im Namen der ganzen Gemeinde und der notleidenden Familien. Sekunden stimmen acht Sängerinnen und Sänger wunderbare Lieder an, die die Kapelle klanglich füllen und uns sehr anrühren. Dabei denken wir an unsere beiden Freunde, die während der Vorbereitungsphase des 38. Konvois unerwartet von uns gegangen sind.

Dem liebevoll zubereiteten Essen im Untergeschoss folgt ein herzlicher Abschied.

Unser nächstes Ziel ist von hier etwa 130 Kilometer entfernt. Über Târgu-Mureş und Târgu-Neamţ geht's nach Vovidenia. Es beginnt zu schneien. Zunehmend heftiger. Bei Temperaturen knapp über Null wird der Schneematsch besonders beim Bremsen und in Kurven zum Problem. Vorsicht ist geboten.

Weit kann es jetzt nicht mehr sein. Da, im abendlichen Licht erkennen wir das Kloster. Ein uns längst vertrauter, idyllischer Platz. Pater Michael hört und sieht uns schon von weitem. Er ist sofort zur Stelle, organisiert Männer zum Helfen, schützt sich mit einem Mantel vor der Kälte und packt selber an. Die armseligen Lagerräume füllen sich bis zur Decke. Eine ohnehin defekte Türe stört. Sie wird kurzerhand ausgehebelt. Alles geht recht zügig. Wir freuen uns, dass die Bewohner der umliegenden Dörfer schon morgen beim Patronatsfest Kleidung, Bettwäsche, Schuhen und Waschmittel in Empfang nehmen dürfen.

Die Ladung ist gelöscht, die Fahrzeuge werden abgestellt. Wir sammeln uns in der Klosterkirche. Hier ist es angenehm warm. Ruhe kehrt ein. Von vorne, aus einer Nische neben dem Altarraum, hören wir auf einmal einen leisen, dann immer stärker werdenden, ergreifenden Gesang einiger Klosterstudenten. Wir fühlen uns wie in einer friedvollen Welt. Auch wenn es draußen ganz anders ist. Gemeinsam mit dem Pater und den Sängern zelebrieren wir hier eine traditionelle Gedächtnisfeier für Michael Beck und Jürgen Unverzagt. Als wären sie gegenwärtig, nennen wir ihre Namen und beten gemeinsam das "Vater unser". Jeder in seiner Sprache. Es sind Momente intensiver Erinnerung und tiefer Trauer zugleich. Aber auch Augenblicke der Freude und Hoffnung, die die Sehnsucht nach einem Leben ohne Leid und Not spürbar werden lässt. Nachdenklich und schweigend gehen wir hinaus. In die stille Nacht.

Nach einer Stärkung und einer kurzen Pause in den Fahrerkabinen starten wir die Motoren. Uns ist bewusst, dass wir eine der längsten und anstrengendsten Etappen und Nachtfahrten durch das ganze Land, von Osten nach Westen, vor uns haben. Überall lauern Gefahren. Immer wieder tauchen unbeleuchtete Panjewagen oder Fahrzeuge auf. Bald sehen wir stark funkelndes Blaulicht. Auf der Passstraße, in einer sehr engen Kurve, mitten im Wald, ist ein Sattelzug im Graben gelandet. Die Lage des Havaristen ist aussichtslos. Da muss ein großer Kran her. Und das kann dauern. Vorsichtig, im Schritttempo, passieren wir die ungesicherte Unfallstelle.

Am Straßenrand sehen wir nicht selten zerstörte PKW. Schon wieder ein Sattelzug, der sich gleich ganz aufs Dach gedreht hat. Er liegt nun auf einer Wiese. Wir sind sehr froh, nach langer, anstrengender Fahrt gesund in Oradea anzukommen. Dass wir uns in diesem Jahr auf "25 Jahre Rumänienhilfe Wuppertal" besinnen, nehmen unsere Freunde auch hier in Oradea zum Anlass, uns kleine Geschenke zu machen. Das Besondere aber ist eine ausgewachsene Jubiläumstorte aus eigener Herstellung, die wir unter den Augen vieler Zuschauer und Fotografen anschneiden müssen.

Eine junge Abgeordnete, die im rumänischen Parlament die hiesige Region vertritt, spricht zu uns und bringt es für sich auf den Punkt: "Ich bin beeindruckt von Eurem Engagement und Eurer langjährigen, treuen Hilfe für unser Volk. Ihr seid ein Vorbild für uns. Seit unserem letzten Treffen habe ich viel dazu gelernt. Ich kenne die Not in unserem Land. Sie ist noch immer groß. Aber ihr macht mir Mut, zu kämpfen!" Wir sind beeindruckt von ihrem ehrlichen Bekenntnis. Doch wir fragen uns selber: Ist uns immer bewusst, was die Menschen hier mit unserer Hilfe verbunden haben und noch verbinden?