Unter dem Titel „Zusammenwirken im Kinderschutz – inklusiv und partizipativ“ kamen Fachkräfte, Expertinnen und Experten und Verantwortliche aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammen, um gemeinsam Perspektiven weiterzudenken und konkrete Ansätze für die Praxis zu diskutieren.
Ein zentrales Signal der Veranstaltung: Kinderschutz braucht die Stimmen derjenigen, um die es geht. Erstmals brachten vier junge Menschen stellvertretend für Kinder und Jugendliche aus Wuppertal ihre Sichtweisen in die Fachveranstaltung ein. Sie präsentierten Ergebnisse aus vorangegangenen Workshops mit jungen Menschen aus dem Jugendrat, der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Ihre Antworten auf die Fragen „Was ist Kinderschutz?“ und „Was ist mir dabei wichtig?“ machten deutlich: Schutz bedeutet aus Sicht junger Menschen vor allem, ernst genommen zu werden, verlässliche Ansprechpersonen zu haben und beteiligt zu sein. Neben körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt thematisierten sie auch diskriminierende und rassistische Erfahrung von Gewalt und Ablehnung. Das wichtigste, was Fachkräfte sich in diesem Zusammenhang merken sollten: „Wir Kinder und Jugendliche haben eine Stimme und wollen, dass ihr uns wirklich zuhört.“
Annette Berg (Dezernentin für Soziales, Jugend, Schule und Integration der Stadt Wuppertal) unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung des Themas. Sie dankte den Fachkräften für ihr tägliches Engagement und betonte, dass insbesondere Kinder und Jugendliche mit Behinderungen einen Kinderschutz brauchen, der fachlich fundiert, sensibel und verlässlich ist und der somit niemanden aus dem Blick verliert.
Professorin Heike Wiemert von der Katholischen Hochschule Köln beleuchtete aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Inklusion und Partizipation im Kinderschutz und zeigte auf, wie strukturelle Barrieren erkannt und abgebaut werden können. Deutlich wurde: Inklusiver Kinderschutz ist keine Zusatzaufgabe, sondern eine Haltung, die sich in allen Arbeitsbereichen widerspiegeln muss.
Am Nachmittag stand die Vernetzung der Akteure im Fokus. In neun thematisch unterschiedlichen Seminaren setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilmnehmer mit Aufgaben, Herausforderungen und Bedarfen der jeweiligen Arbeitsfelder auseinander. „Ziel war es, gegenseitiges Verständnis zu stärken und damit die Grundlage für eine gelingende, institutionenübergreifende Zusammenarbeit im Kinderschutz zu schaffen“, heißt es.
Die Veranstaltung machte deutlich: Wirksamer Kinderschutz entsteht dort, wo Fachwissen und Kooperation zusammenkommen und auch die Perspektiven junger Menschen gehört werden. Die Netzwerkkoordination Kinderschutz der Stadt Wuppertal sieht darin einen wichtigen Schritt, den Kinderschutz gemeinsam weiterzuentwickeln: offen, inklusiv und partizipativ.
Die nächste große Veranstaltung des Netzwerks Kinderschutz findet am 13. November 2026 statt. Hier soll ein Fokus auf ehrenamtliche Akteurinnen und Akteure gelegt werden.