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Haus in Astenberg: 105.000 Euro für Wuppertaler DAV-Sektionen

Haus in Astenberg : 105.000 Euro für Wuppertaler DAV-Sektionen

Nachdem vor einigen Wochen ein Förderbescheid der Staatskanzlei für das DAV-Kletterzentrum „Wupperwände“ eingegangen war, freuen sich die beiden Wuppertaler Sektionen des Deutschen Alpenvereins (DAV) nun über eine weitere Unterstützung aus dem NRW-Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“. Sie erhalten 105.000 Euro und damit die Hälfte des benötigten Geldes für den Umbau des DAV-Hauses Astenberg.

Neben den Häusern im Hochgebirge verfügen die Sektionen seit vielen Jahren über eine Hütte in Winterberg-Neuastenberg und bis 2014 in Oberheukelbach bei Kierspe. „Die Mittelgebirgshütten sollen die Ausübung des Bergsports auch im heimatlichen Nordrhein-Westfalen fördern. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie aber auch mit Blick auf den Klimaschutz ist ein solches Angebot in unmittelbarer Nähe zu Wuppertal von großer Bedeutung“, so der DAV.

Die Hütte der Sektion Barmen in Oberheukelbach befand sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Da die Lage des Hauses im Oberbergischen sportlich nur wenige Möglichkeiten bot, hatte sich die Sektion schweren Herzens entschieden, die Hütte zu verkaufen. Gleichzeitig wurde der Vorstand durch die Mitgliederversammlung beauftragt, als Ersatzstandort den Erwerb oder Neubau eines Hauses im Bereich Winterberg zu prüfen. Die Sektion Barmen verfügt hier seit gut 100 Jahren über ein Baugrundstück in Neuastenberg in unmittelbarer Nähe zum Skigebiet Postwiese. Das Haus der Sektion Wuppertal in Neuastenberg ist ebenfalls stark sanierungsbedürftig. Vor allem ist das Gebäude ist nicht barrierefrei, was insbesondere für die sehr aktive und vom Bundespräsidenten als „Sterne des Sports“ ausgezeichnete Behindertensportgruppe „Die GäMSen“ problematisch ist.

Im Rahmen der Planungen für den Ersatzneubau auf dem Grundstück in Neuastenberg wurden auch Gespräche mit der Eigentümerin des benachbarten Hotels „Astenrose“ geführt. Das zugehörige Grundstück wurde in den 1950er Jahren von der Sektion Barmen an die Bayer-Werke verkauft, die dort ein Ferienheim für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter errichtet haben. Das Haus wurde 2004 durch die bisherige Eigentümerin erworben, 2011 umfassend saniert und erweitert. Es ist in weiten Teilen barrierefrei, hat 15 Zimmer und rund 40 Betten. Das Grundstück umfasst 15.000 Quadratmeter.

„Im Zuge der Gespräche hat sich dann die Möglichkeit ergeben, das Grundstück mit dem jetzt darauf stehenden Haus zurückzukaufen“, so der DAV. „Die Lage des Hauses ist optimal für die Ausübung der verschiedenen Sportarten im DAV geeignet. Der Rothaarsteig (im Winter als Langlaufloipe genutzt) führt ebenso wie ein Radwanderweg direkt am Haus vorbei. In Winterberg sind umfangreichte MTB-Trails und Downhill-Strecken vorhanden. Ein Klettergebiet ist ebenfalls zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Das Haus liegt in unmittelbarer Nähe zu den Skigebieten Postwiese, Winterberg und Altastenberg.“

Die Lage sei aber auch hervorragend für Ausbildungskurse geeignet und biete für alle norddeutschen Sektionen des DAV den Vorteil, dass die Anreise erheblich kürzer und problemlos mit ÖPNV möglich ist. Mit Blick auf die Resolution des DAV zum Klimaschutz ist das ein erheblicher Vorteil. Der DAV-Bundesverband prüft daher bereits, welche Kurse künftig in NRW angeboten werden können.

Nachdem die Mitgliederversammlungen beider Sektionen dem Ankauf zugestimmt haben, ist der DAV nun seit Juli im Besitz des Hauses, das als Mittelgebirgshütte mit dem Namen „DAV Haus Astenberg“ im Sinne des Vereinszwecks betrieben werden soll. Nun sind allerdings noch eine Reihe von Umbaumaßnahmen geplant, für die Fördermittel aus dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ beantragt wurden: „Um das Haus an die Zielgruppe der DAV-Mitglieder, insbesondere Familien und Jugendliche, anzupassen, sind Spielgeräte und eine Bolder-Kletteranlage im Außenbereich vorgesehen.“

Im bisher als Abstellraum genutzten Dachgeschoss sollen ein Kinderspielbereich und ein Matratzenlager für Kinder- und Jugendgruppen eingerichtet werden. DAV-Mitglieder übernachten zu den Preisen der DAV-Hütten Kategorie II. Die meisten großen Doppelzimmer können von DAV-Mitgliedern als Mehrbettzimmer besonders von Familien und Jugendlichen genutzt werden. Im Untergeschoss steht ihnen ein Seminar- und Aufenthaltsraum insbesondere für Familien- und Jugendgruppen zur Verfügung. Hier besteht die auch die Möglichkeit für Selbstversorgung. Wer dan nicht möchte, kann bei den Pächtern Charlotte und Patrick Höhne Frühstück oder Halbpension bekommen.