Bilanz der ersten 100 Tage FDP/WFW: „Wuppertal braucht jetzt eine OB, die liefert“

Wuppertal · Die FDP/WFW-Fraktion im Wuppertaler Stadtrat hat eine Bilanz zu den ersten 100 Tagen von Miriam Scherff (SPD) als Oberbürgermeisterin gezogen. Der Wortlaut.

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff bei der Präsentation der Schwebebahn-Sonderbriefmarke.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Christoph Petersen

„Nach 100 Tagen im Amt ist vor allem eines sichtbar: Oberbürgermeisterin Miriam Scherff ist in der Stadt sehr präsent. Dieses Engagement wird wahrgenommen. Sichtbarkeit allein ersetzt jedoch keine Ergebnisse. Entscheidend ist, ob es gelingt, konkrete Verbesserungen für den Alltag der Wuppertalerinnen und Wuppertaler zu erreichen. Genau hier fällt die Bilanz bislang ernüchternd aus.

Besonders deutlich wird das beim Bürgerservice. Die Situation im Einwohnermeldeamt ist weiterhin untragbar. Termine sind kaum zu bekommen, Wartezeiten sind lang, Frust ist allgegenwärtig. Für viele Menschen ist das längst kein bloßes Ärgernis mehr, sondern ein echtes Teilhabeproblem. Nach 100 Tagen sind hier keine spürbaren Verbesserungen erkennbar.

Auch der sogenannte ,Wuppertal-Plan‘ bleibt bislang vage. Im Wahlkampf wurde der Eindruck vermittelt, es handele sich um eine klare Leitlinie für die Stadt. Tatsächlich fehlt es weiterhin an konkreten Maßnahmen, Prioritäten und einem nachvollziehbaren Fahrplan. Gute Ziele allein reichen nicht aus, wenn der Weg dorthin unklar bleibt.

Fragen wirft zudem die Abwahl von Stadtdirektor Nocke auf. Entweder hat Oberbürgermeisterin Scherff öffentlich ihre Unterstützung für Herrn Nocke bekundet, ohne dafür ausreichenden Rückhalt in der eigenen Fraktion zu haben – dann wäre ihr Einfluss begrenzt. Oder aber die Abläufe sind für Außenstehende nicht nachvollziehbar. Beides ist problematisch und schadet dem Vertrauen in einen transparenten und verlässlichen Führungsstil.

Ein weiteres zentrales Thema ist Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum. Viele Bürgerinnen und Bürger nehmen zunehmende Konflikte und Unsicherheit wahr. Erwartet werden sichtbare Präsenz, konsequentes Handeln und spürbare Verbesserungen – auch mit Blick auf die Situation rund um das Café Cosa. Maßnahmen, die Probleme lediglich verwalten, lösen sie nicht.

Nach 100 Tagen überwiegt daher der Eindruck: viel Präsenz und Kommunikation, aber zu wenig konkrete Ergebnisse. Wuppertal braucht jetzt eine Oberbürgermeisterin, die liefert – mit funktionierendem Bürgerservice, klaren Prioritäten und sichtbaren Fortschritten bei Ordnung und Sicherheit.“