Probleme am Berliner Platz Operation „Klo“ geht in Wuppertal weiter

Wuppertal · Die öffentliche Toilettensituation in Wuppertal soll sich verbessern. Mit einem neuen Konzept will die Stadt die Infrastruktur bis zur BUGA 2031 deutlich ausbauen und modernisieren. Ausgerechnet die vor zwei Monaten umfassend kernsanierte WC-Anlage am Berliner Platz ist aber aktuell wieder geschlossen. Dabei galt gerade dieser Standort als Beispiel für den Toiletten-Fortschritt.

Bei der Eröffnung der sanierten Toilette auf dem Berliner Platz noch freudestrahlend (von li.): Projektmanagerin Jana Verhülsdonk, Gebäudemanagement-Leiterin Mirja Montag, Oberbürgermeisterin Miriam Scherff und Dezernent Gunnar Ohrndorf.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Christoph Petersen

Hintergrund der Schließung ist laut Stadt ein wiederholter Missbrauch der Notrufanlage: Seit der Neueröffnung wurde sie täglich betätigt, ohne dass es tatsächlich eine Notlage gab. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken, was zu unnötigen Einsätzen und einer erheblichen Bindung von Ressourcen führte.

Nachdem an einem Tag sogar zwei Fehlalarme eingingen, wurde die Toilette vorerst geschlossen. Künftig soll eine Gegensprechanlage eingebaut werden, um vor einem Einsatz zunächst Kontakt aufnehmen zu können. Nach der Installation ist eine Wiedereröffnung innerhalb der nächsten Woche vorgesehen.

Die Sanierung der Toilette am Berliner Platz ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die bereits während der Erarbeitung des neuen Toilettenkonzepts angestoßen wurden. So wurde in Cronenberg eine Toilettenanlage am Bürgerbüro so instandgesetzt, dass sie seit dem Frühjahr 2026 wieder öffentlich genutzt werden kann, zunächst im Rahmen einer Testphase.

Im Deweerthschen Garten ist im Zuge der laufenden Umgestaltung des Parks zudem eine neue barrierefreie Toilette geplant, während auf der Nordbahntrasse bereits mögliche Standorte sowie klimafreundliche Alternativen zur klassischen Toilette – darunter sogenannte Trocken-Toiletten – getestet und durch eine Bürgerbefragung begleitet wurden.

Auch an anderen Stellen setzt die Stadt auf pragmatische Lösungen: So wurden Toiletten in verschiedenen städtischen Einrichtungen sowie bei externen Partnern geöffnet und sollen künftig zu den jeweiligen Öffnungszeiten öffentlich zugänglich sein. Ergänzend dazu sorgt eine digitale Toilettenkarte dafür, dass vorhandene Standorte leichter auffindbar sind. Am Wupperpark Ost wurde zudem ein spezielles Toiletten-Provisorium eingerichtet, das gemeinsam mit lokalen Akteuren entwickelt wurde und auf die besondere Nutzungssituation vor Ort reagiert.

Mit dem jetzt vorliegenden Konzept soll aus diesen Einzelmaßnahmen eine langfristige Strategie werden. Geplant ist die Sanierung bestehender Anlagen, der Neubau weiterer Standorte sowie zusätzliche Angebote wie nachhaltige Toilettenlösungen und weitere Kooperationen mit der Gastronomie.

Doch genau an dieser Stelle meldet sich das zentrale Problem: das Geld. Aktuell stehen rund 370.000 Euro jährlich für die Toiletten in Wuppertal zur Verfügung – ohne zusätzliche Investitionsmittel. Damit sind weder eine umfassende Sanierung noch ein Ausbau der Infrastruktur möglich. Erst mit einer deutlichen Aufstockung auf etwa 600.000 Euro jährlich sowie zusätzlichen Investitionen könnte das Konzept schrittweise umgesetzt werden.

Als Konsequenz können defekte Anlagen künftig ohne zusätzliche Mittel nicht mehr ersetzt werden. Veraltete Toiletten müssten dann schrittweise und dauerhaft geschlossen werden – und der aktuell geschlossene Standort am Berliner Platz zeigt, dass selbst modernisierte Anlagen keine Garantie für eine verlässliche Nutzung sind.

Wuppertal hat mit dem neuen Konzept erstmals einen umfassenden Plan für seine Toiletten-Infrastruktur vorgelegt. Erste Verbesserungen sind sichtbar, weitere Maßnahmen vorbereitet. Der Weg zu einer funktionierenden öffentlichen Toilettenversorgung ist allerdings noch weit – und hängt entscheidend davon ab, ob die notwendigen Mittel tatsächlich bereitgestellt werden.