Hintergrund seien „die seit Jahren unzureichenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken sowie die anhaltende Schließungswelle in Deutschland“.
Der Protest diene dazu, „die Bundesregierung und Bundesgesundheitsministerin Warken darin zu bestärken, die zugesagte wirtschaftliche Stabilisierung der Vor-Ort-Apotheken zur Sicherstellung der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort schnell umzusetzen“.
„Am Protesttag bleiben viele Apotheken in Wuppertal geschlossen. Die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung wird über die diensthabenden Notdienst-Apotheken sichergestellt. Patientinnen und Patienten wird empfohlen, Rezepte möglichst vor dem Protesttag einzulösen“, erklärt Birgit König (Pressesprecherin der Apotheker in Wuppertal).
Die Botschaft sei eindeutig: „Wer die Vor-Ort-Apotheken weiter wirtschaftlich ausbluten lässt, gefährdet die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung für Bürgerinnen und Bürger.“
Thomas Preis (Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, ABDA) und Dr. Armin Hoffmann (Präsident der Bundesapothekerkammer, BAK): „Nach 13 Jahren Honorarstillstand setzt sich das Apothekensterben ungebremst fort, mittlerweile schließt in Deutschland etwa alle 20 Stunden eine Apotheke dauerhaft. Die Wege für unsere Patientinnen und Patienten zur nächsten Apotheke werden damit immer weiter und komplizierter. Es ist daher nur folgerichtig, dass die Regierungsfraktionen in ihrem Koalitionsvertrag eine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken festgelegt haben. Jetzt muss aber auch schnell ohne jede Verzögerung und ohne Wenn und Aber die Umsetzung erfolgen. Sonst wird das fatale Folgen für die Versorgung der Menschen haben.“
Viele Apotheken würden „seit Jahren auf wirtschaftlich nicht mehr tragfähiger Grundlage“ arbeiten: „Das gesetzlich festgelegte Honorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel, die rund 85 Prozent des Umsatzes ausmachen, wurde seit 2004 nur einmal vor 13 Jahren um rund drei Prozent angepasst. Allein in den letzten 13 Jahren sind die Betriebskosten – vor allem für Personal, Energie, Miete, Digitalisierung und regulatorische Anforderungen– jedoch um rund 65 Prozent gestiegen. Immer mehr Apotheken rutschen daher in die roten Zahlen und müssen schließen.“
Seit 2013 hätten bundesweit rund 20 Prozent der Apotheken aufgegeben: „Die Folgen treffen inzwischen nicht mehr nur den ländlichen Raum, sondern zunehmend auch Städte und Ballungsräume.“