Idee von Asta Schlüter „Nesteldecken“: Ein Herzensprojekt für Demenzkranke

Wuppertal · Als Asta Schlüter im Sommer 2025 nach einer OP mehrere Wochen lang nicht viel tun konnte, las sie eine Anzeige, in der die Jackstädt-Stiftung Fördergelder für kreative Seniorenprojekte auslobte.

Parea-Mitarbeiterin Asta Schlüter (li.) und einige Seniorinnen mit ihren selbst gemachten Nesteldecken für Demenzerkrankte.

Foto: Horst Großewiese

„Nesteldecken nähen – damit bewerben wir uns“, schoss es der Mitarbeiterin der gemeinnützigen sozialen Dienstleistungsgesellschaft Parea durch den Kopf – und sie schrieb an die Stiftung, um ihre Idee kundzutun.

Heute ist aus der Idee längst ein erfolgreiches Parea-Projekt geworden: Gefördert mit 1.990 Euro von der Jackstädt-Stiftung – unter anderem für Nähmaschine, Bügeleisen und Materialien. Seit Anfang dieses Jahres treffen sich Asta Schlüter und einige Seniorinnen ein- bis zweimal im Monat von 13 bis 16 Uhr im Gemeinschaftsraum der Seniorenwohnanlage „Paulinum Zur Scheuren“ von Sahle-Wohnen in Barmen, um gemeinsam farbenfrohe Nesteldecken zu nähen.

„Es sind Decken für demenziell erkrankte Menschen, die ihre unruhigen Hände beschäftigen und ihre Sinne anregen“, erklärt Asta Schlüter. „Sie bestehen aus einigen Stoffquadraten, auf denen verschiedene Materialien zum Befühlen und Ertasten angenäht sind, beispielsweise Bänder, Knöpfe, Holzkugeln, Perlen und Reißverschlüsse.“

23 Decken sind bereits fertig, fünf weitere in Arbeit. Jede Nesteldecke ist ein Unikat. In jede Decke fließen die individuellen Gestaltungsideen der Projektbeteiligten ein. Und in jeder Decke stecken drei bis fünf Stunden liebevoller Arbeit – angefangen bei der Materialauswahl über das Nähen mit Nähmaschine und Hand bis hin zum Glattbügeln der Stoffe.

Dass sich das Engagement lohnt, steht für Asta Schlüter fest: „Es ist ein Herzensprojekt von mir. Ältere Menschen sind wichtig, werden aber oft vergessen. Ich möchte gerade denen helfen, die nicht mehr so fit sind.“ Ihr Ziel ist es, die selbst gemachten Nesteldecken im September an verschiedene Einrichtungen in Wuppertal zu übergeben, die ältere Demenzerkrankte betreuen. 70 Stück sollen es bis dahin werden. Asta Schlüter: „Wenn wir das zusammen schaffen, sind wir richtig gut.“

„Nesteldecken nähen“ ist ein offenes Parea-Projekt, das einem guten Zweck dient und zugleich ältere Menschen aktiv einbindet sowie miteinander in Kontakt bringt, betont Asta Schlüter: „Wir unterstützen uns gegenseitig und haben vor allem viel Spaß miteinander.“

Das Projekt macht schon über Wuppertals Grenzen hinaus Schule: Auch in Erkrath-Hochdahl treffen sich jetzt regelmäßig Seniorinnen, um gemeinsam Nesteldecken für Menschen mit Demenz zu nähen.

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