Versorgung bei Brustschmerz Wuppertaler Bethesda als Chest Pain Unit zertifiziert

Wuppertal · Im Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal wurde nun auch die Chest Pain Unit (CPU) erfolgreich von externen Fachleuten zertifiziert.

Von li: Erol Özen (Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme), Katharina Langer (Mitarbeiterin des Prozess-, Qualitäts- und Risikomanagements), Oberarzt Philipp Kollhosser (Leiter der Chest Pain Unit), Necmiye Kilinc (Pflegerische Leitung der Zentralen Notaufnahme), Dr. Cornelia Sack (Geschäftsführung), Dr. Roger Gerke (Leiter der Invasiven Kardiologie) und Isabella Polesny (Pflegerische Leitung Invasive Kardiologie/Angiologie).

Foto: Bethesda Agaplesion

Mit einer Investition von über zehn Millionen Euro hat das Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal im vergangenen Jahr den Ausbau seiner Zentralen Notaufnahme abgeschlossen. Anfang 2026 folgte die Anerkennung als Cardiac Arrest Center, das die spezialisierte Versorgung von Patientinnen und Patienten nach einer Reanimation sicherstellt.

Die CDU ist eine spezialisierte Einheit, die unklare Brustschmerzen schnell und strukturiert abklärt und damit lebensbedrohliche Herz- und Gefäßerkrankungen früh erkennt. „Die Zertifizierung ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Notfallversorgung von Menschen mit akuten Herz- und Gefäßerkrankungen im Bergischen Land“, betont die Geschäftsführerin Dr. Cornelia Sack.

In der CPU erfolgt nach Eintreffen eines Patienten mit Brustschmerz unmittelbar eine standardisierte Ersteinschätzung durch die Kardiologie. Oberarzt und Kardiologe Philipp Kollhosser (Leiter der Chest Pain Unit): „Bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom, wie Herzinfarkt oder Angina pectoris, wird ohne Zeitverlust der invasive Behandlungspfad aktiviert.

Der Patient wird dann unverzüglich zur Intervention in das Herzkatheterlabor gebracht.“ Steht hingegen kein akutes Koronarsyndrom im Vordergrund, etwa bei Lungenembolie, hypertensiver Entgleisung oder Herzmuskelentzündung, kommt der nicht-invasive Behandlungspfad inklusive Echokardiografie, Laborparametern und bildgebender Diagnostik zur Abklärung alternativer Ursachen zum Einsatz.

Für diese hochspezialisierte Versorgung stehen in der CPU vier speziell für das akute Koronarsyndrom ausgerüstete Betten bereit, ergänzt durch einen jederzeit verfügbaren Reanimationswagen, um im Ernstfall sofort eingreifen zu können. Auf allen Behandlungspfaden werden Patientinnen und Patienten engmaschig überwacht.

Ziel der CPU ist es, lebensbedrohliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und eine optimale, leitliniengerechte Versorgung sicherzustellen. „Das kann der Eingriff im Herzkatheterlabor sein“, erläutert Dr. med. Roger Gerke (Leiter der invasiven Kardiologie). „Mitunter können überflüssige Herzkatheter durch eine frühzeitige Diagnosestellung aber auch vermieden werden.“

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bestätigt mit dem verliehenen Zertifikat, dass das Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal alle strukturellen, personellen und prozessualen Anforderungen erfüllt, um Patientinnen und Patienten mit Brustschmerzen schnell, sicher und nach höchsten Standards zu versorgen.

Besonders hervorgehoben wurde die hervorragende räumliche Ausstattung der CPU mit viel Platz, die sehr gute Integration in die Zentrale Notaufnahme, sehr kurze Wege, eine gute personelle Besetzung sowie die sehr gute Betreuung durch das Qualitätsmanagement. „Über dieses positive Votum freuen wir uns sehr“, sagt Susanne Hinzen (Leiterin des Prozess-, Qualitäts- und Risikomanagements).

Wie wichtig eine strukturierte und schnelle Abklärung von Brustschmerzen ist, zeigen aktuelle Gesundheitsdaten: Allein im Jahr 2023 wurden bundesweit rund 180.000 Herzinfarktfälle