Die Notlösung heißt dann häufig Krankenhaus – nicht aus medizinischer Notwendigkeit, sondern weil es keine schnelle Alternative zur Unterbringung gibt. Ein neues Projekt im Bereich Uellendahl-Katernberg geht dieses Problem nun an.
Die Dr. Heinrich Feuchter-Stiftung hat gemeinsam mit dem Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW ein Notfallangebot aufgebaut, das in solchen Krisensituationen einspringen soll. Es richtet sich an Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in den Stadtteilen Uellendahl, Katernberg und Dönberg – einem Gebiet mit vergleichsweise hoher Zahl älterer Menschen.
Die Feuchter-Stiftung ist im Areal rund um den Westfalenweg seit Jahrzehnten im Bereich Altenhilfe aktiv. Zu ihr gehören unter anderem eine stationäre Pflegeeinrichtung, Seniorenwohnungen und ein ambulanter Pflegedienst. Im Notfall gibt es hier nun mehrere Möglichkeiten: Unterstützung direkt zu Hause, auch nachts, eine kurzfristige Unterbringung in einer Pflegewohnung – oder ein sogenanntes Krisenzimmer in der Einrichtung.
Ziel sei es, die akute Situation für einige Tage zu überbrücken, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, erklärt Angelika Hörter vom Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW. Gerade für Menschen mit Demenz seien plötzliche Veränderungen besonders belastend und ein ungeplanter Klinikaufenthalt in unvertrauter Umgebung könne die Situation zusätzlich verschärfen. Die Aktion richtet sich aber explizit nicht ausschließlich an Demenzerkrankte, sondern an alle Senioren mit einem Pflegegrad.
Neben der akuten Hilfe setzt das Projekt auch auf Prävention: Beratungen, Schulungen und Angebote im Stadtteil sollen Angehörige frühzeitig unterstützen und Vertrauen in die Einrichtung schaffen. Erfahrungen zeigen nämlich, dass neue Pflegeangebote nur dann genutzt werden, wenn sie den Leuten bekannt sind – und sie sich dort sicher fühlen. Deshalb baut die Stiftung parallel ihre Quartiersarbeit aus, mit neuen Treffpunkten und Veranstaltungen wie Seniorencafés, Inforunden und Bürgerfesten.
Finanziert wird das Projekt zu großen Teilen durch das Land NRW, die Landesverbände der Pflegekassen und den Verband der Privaten Krankenversicherung. Für die Betroffenen ist das Angebot kostenlos. Aktuell arbeiten zwei Vollzeitkräfte im Projekt, unterstützt von zahlreichen Honorarkräften und Ehrenamtlichen.
Das Ganze ist zunächst als Testlauf auf drei Jahre angelegt. Die Universität Köln begleitet das Vorhaben wissenschaftlich und wertet aus, ob und wie gut es funktioniert. Im besten Fall könnte daraus eine Blaupause für andere Städte in ganz Deutschland entstehen.
Profitieren sollen vor allem Pflegebedürftige und ihre Angehörigen – also genau die Menschen, die im Ernstfall oft plötzlich allein dastehen. Oder, wie Starck es formuliert: „Wir wollen dafür sorgen, dass ältere Menschen mit Pflegegrad so lange wie möglich gut zu Hause versorgt bleiben können, auch dann, wenn es einmal schwierig wird.“