Zwei Veranstaltungen Die Kirchliche Hochschule und ihre bewegte Geschichte

Wuppertal · Am 3. Juli 2026 endet an der Kirchlichen Hochschule (KiHo) Wuppertal das letzte Lehrsemester für den grundständigen Pfarramtsstudiengang. Im März 2027 wird sie geschlossen. Die Hochschule lädt daher zu zwei Veranstaltungen ein, die einen tiefen Einblick in ihre bewegte 91-jährige Geschichte gewähren.

Die Kirchliche Hochschule auf der Hardt.

Foto: KiHo

Am Sonntag (31. Mai 2026) findet in der Gemarker Kirche in Wuppertal-Barmen ab 11 Uhr ein Gedenkgottesdienst zur Barmer Theologischen Erklärung (BTE) statt. Die Predigt hält der Theologe und Journalist Arndt Henze. Sein Thema wird „Mahnen, Helfen, Widerstehen“ sein. Die Musik gestaltet Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk, die Liturgie gestaltet Pfarrer Frank Schulte.

Die BTE wurde am 31. Mai 1934 verabschiedet. Damals formulierten 139 Delegierte der Bekenntnissynode Barmen die sechs Thesen, in denen sie ihr Bekenntnis zu Gott und den unverrückbaren Grundwahrheiten des evangelischen Glaubens zum Ausdruck brachten. Ihr Ziel war es, den Glauben und die Gestalt der evangelischen Kirche vor der nationalsozialistischen Ideologie zu schützen.

In dieser Tradition wurde eineinhalb Jahre später, am 1. November 1935, die KiHo Wuppertal gegründet – verdeckt als Abteilung B der Theologischen Schule Elberfeld. Wenige Monate später wurde sie von der Geheimen Staatspolizei geschlossen, gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 1. November 1945, allerdings wiedereröffnet.

Um die Erinnerung an die BTE und das gemeinsame Erbe aktiv zu beleben, unterzeichneten der Evangelische Kirchenkreis Wuppertal und die KiHo Wuppertal am 31. Mai 2021 einen Kooperationsvertrag, der die Ausstellung zur BTE in den Mittelpunkt stellte, die im Rahmen des Kirchenkreis-Projektes „Gelebte Reformation“ in der Gemarker Kirche zu sehen ist. Im Rahmen des Kooperationsvertrags entwickelten beide Seiten gemeinsam zahlreiche Aktivitäten – von Gottesdiensten über Schulprojekte bis hin zur regelmäßigen Teilnahme am Barmer Kulturadvent. Die Aktivitäten rund um den Kooperationsvertrag sind unter diesem Link dokumentiert.

Ausstellungseröffnung „Das letzte Semester“

Am 2. Juni wird um 11:15 Uhr die Ausstellung „Das letzte Semester. Ein Rückblick auf 91 Jahre Forschung und Lehre an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal“ im Foyer der Hochschul- und Landeskirchenbibliothek eröffnet. Der Rückblick gründet auf einer Ausstellung von 2010 und den aktuellen Ergebnissen eines Forschungsprojektes, das Prof. Dr. Konstanze Kemnitzer, Inhaberin des Lehrstuhls für Praktische Theologie, gestartet hat. Die Ausstellung ist bis Ende 2026 zu sehen.

Das Forschungsprojekt „Das letzte Semester. Eine praktisch-theologische Spurenlese zum Ende des grundständigen Theologiestudiengangs an der KiHo Wuppertal in den Jahren 1935/1945 bis 2026" will in Form einer praktisch-theologischen Spurenlese die letzten Monate dieser spezifischen Lebenswelt in Bildern, Interviews und Texten wahrnehmen, aufbereiten und reflektieren. Der Fortschritt und die Ergebnisse des Projektes sind auf der KiHo-Homepage unter kiho-wuppertal.de dokumentiert.