Das hat die Geschäftsführung des Verbundes, der neben dem im Volksmund als „Kapellchen“ bekannten Standort in Elberfeld auch das Barmer Petrus-Krankenhaus betreibt, Dienstag (26. Mai 2026) bei einem Pressegespräch bekannt gegeben. Ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu dieser Spezialisierung ist die Aufgabe der Notfallambulanz an der Bergstraße zum 1. Juli dieses Jahres.
In der ohnehin nur auf die Basisversorgung ausgelegten Notaufnahme des St. Josef-Krankenhauses endeten bis dato lediglich maximal 10 Prozent der Wuppertaler Rettungswagen-Fahrten, so Dr. Guido Lerzynski aus dem Geschäftsführungs-Duo des Celltinnen-Verbundes.
Das Gros wird von den höher eingestuften Notaufnahmen im Helios-Klinikum, dem Bethesda und dem Petrus-Krankenhaus abgedeckt, in dem die Cellitinnen jetzt die Notfallversorgung bündeln, um nicht mehr an beiden Standorten klassische Akutbereiche wie die Innere Medizin und die Chirurgie parallel vorhalten zu müssen. Vor dem Hintergrund der Krankenhausreform ohnehin ein Problem: „Wir können am St. Josef wenig machen, müssen dafür aber viel vorhalten“, bringt Dr. Lerzynskis Kollege Jan Köhler den Grund für die Umstrukturierung auf den Punkt.
Motto: „Don‘t worry. Be active!“
Sie zielt darauf ab, sich im „Kapellchen“ ganz auf jene Stärken zu konzentrieren, die dem Haus einen guten Ruf im Tal eingebracht haben, ehe man das Profil seit 2015 in Richtung Akutkrankenhaus schärfte. „Das St. Josef knüpft bewusst an seine langjährige Expertise an und verbindet hoch spezialisierte, planbare Medizin für den Bewegungsapparat mit einer starken Altersmedizin, Rheumatologie und Schmerzmedizin“, umreißt Dr. Lerzynski, wofür das Haus künftig stehen soll. Plakativ kommuniziert wird das mit dem Slogan: „Don’t worry. Be active!“
Über die Veränderungen wurde die Belegschaft diese Woche informiert - und auch darüber, dass es in deren Zuge keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Große Unruhe habe es laut Lerzynski auch deshalb nicht gegeben, weil vielen im Team die Rolle der Klinik als Spezialversorger aus der Vergangenheit noch vertraut sei.
Im Juli sollen die frei werdenden Bereiche der Notfallambulanz im Hinblick auf das neue Konzept umgestaltet werden. Außerdem sind dafür gezielte Modernisierungsmaßnahmen geplant, ehe die gesamte Akutversorgung in Barmen konzentriert wird.
Damit geht auch eine Trennung der beiden altersmedizinischen Fachbereiche des Verbundes einher: Die traumatologische Geriatrie (sprich die Behandlung von älteren Menschen nach Unfällen) übernimmt das Petrus-Krankenhaus, während sich das „Kapellchen“ auf die konservative Geriatrie bei internistischen und neurologischen Erkrankungen ohne akute operativ zu versorgende Verletzungen konzentriert.
Geriatrie: „Die demographische Welle rollt auf uns zu!“
„Der Verbund eröffnet uns die Möglichkeit, diese Teilung vorzunehmen“, sieht Jan Köhler hier einen echten Pluspunkt des Klinik-übergreifenden Konstrukts der konfessionellen Häuser, die im St. Josef auch Kapazitäten für einen deutlich steigenden Bedarf schaffen soll. Dr. Lerzynski mit Blick auf die Alterspyramide in Deutschland: „Die demographische Welle rollt auf uns zu.“
Neben der Geriatrie vereint das St. Josef nach der Umstrukturierung dann folgende weiteren vier Leistungsschwerpunkte unter seinem Dach: Orthopädie und Sportorthopädie mit dem Fokus auf planbare Gelekchirurgie, Endoprothetik und elektive Sportmedizin wie etwa Bandrekonstruktionen, die Wirbelsäulenchirurgie, die Rheumatologie und die Schmerztherapie in Form multimodaler stationärer Schmerzbehandlung.