In Wuppertal und zehn weiteren Städten Nächste Razzia zu Problemimmobilien und Missbrauch von Sozialleistungen

Wuppertal · Auch in Wuppertal hat am Donnerstagmorgen (9. Juli 2026) eine weitere Kontrollaktion gegen Problemimmobilien und Sozialleistungsmissbrauch stattgefunden.

Archivbild einer Kontrollaktion im Januar 2025 in Wuppertal.

Foto: Christoph Petersen

Rund 250 Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Behörden rückten nach Angaben der Landesregierung zudem in Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld, Langenfeld, Leverkusen, Remscheid, Solingen und Velbert aus.

Insgesamt seien „gezielt problematische Bau- und Wohnungsbestände in mehr als 250 Wohneinheiten“ unter die Lupe genommen worden. Man gehe unter anderem „gegen städteübergreifend agierende Strukturen vor“, heißt es. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet und in den kommenden Tagen veröffentlicht.

„Im Mittelpunkt stehen ausbeuterische Wohnverhältnisse, Verstöße gegen das Bau- und Wohnungsrecht sowie der Verdacht des Sozialleistungsmissbrauchs. In Einzelfällen werden im Rahmen der Kontrollen zudem Hinweise auf weitere Straftaten, unter anderem den Verdacht der illegalen Prostitution, überprüft“, erklärt die Landesregierung.

Zu diesem Zwei habe man vorher „Hinweise der beteiligten Kommunen mit Datenanalysen der Bundesagentur für Arbeit“ gesammelt: „Dabei kommt auch der Ansatz ,Follow the money‘ zum Tragen, also Geldflüsse, Leistungsbezüge und auffällige Strukturen gezielt nachzuverfolgen. Die Ergebnisse der Vor-Ort-Kontrollen fließen wieder in die geodatenbasierte Analyse ein. Auf diese Weise entsteht zukünftig ein lernendes Analyse- und Kontrollsystem.“

Eingebunden war die Anfang 2026 eingerichtete Koordinierungsstelle Rhein-Wupper. Außerdem beteiligt waren neben den kommunalen Bau- und Wohnungsaufsichten sowie Ordnungsämtern „unter anderem Ermittlungsstellen der Bundesagentur für Arbeit, Meldebehörden, Jobcenter, Familienkassen, Zoll, Polizei, Feuerwehr, Gesundheits- und Umweltämter, Vollstreckungsstellen, Energieversorger, die Verkehrsüberwachung sowie der TÜV Nord“.

Die zuständige Ministerin Ina Scharrenbach: „Problemimmobilien sind meist der Anfang weiterer Missstände, ob bauliche Mängel über menschenunwürdige Wohnverhältnisse bis hin zu Sozialleistungsmissbrauch. Nordrhein-Westfalen schaut hier seit Jahren nicht weg. Wir haben dieses Thema seit 2018 oben auf unserer Agenda, stärken die Kommunen, bündeln Erkenntnisse der Behörden und erhöhen den Kontrolldruck Schritt für Schritt. Die heutige Aktion ist deshalb kein Einzelereignis, sondern Teil eines langen Atems.

Der Einsatz diene dazu, „um skrupellosen Eigentümern und Vermietern das Handwerk zu legen, die insbesondere zugewanderte Menschen in prekären Lebenslagen zu überhöhten Mieten in unzumutbaren Wohnverhältnissen unterbringen und dabei Sozialleistungen als sichere Einnahmequelle ausnutzen. Mit jeder Kontrollaktion ziehen wir das Behördennetz dabei noch enger: Eine Bündelung von Kräften und der Austausch von Daten, erlaubt noch mehr Schlagkraft im Kampf gegen Problemimmobilien.“

(red/jak)