Der Rückzug des von der SPD vorgeschlagenen Kandidaten Gerno Böll für das Amt des Stadtkämmerers und Beigeordneten für den Geschäftsbereich 4 (Finanzen und Beteiligungssteuerung) sei „die konsequente Folge der Feststellung der Bezirksregierung, dass die erforderlichen fachlichen Voraussetzungen für das Amt nicht vorliegen“. Das Auswahlverfahren müsse neu gestartet werden – „und dieses Mal ausschließlich nach fachlichen Kriterien“.
Die Fraktionsvorsitzende Karin van der Most: „Die Entwicklung zeigt deutlich, dass parteipolitische Erwägungen bei der Besetzung einer der wichtigsten Führungspositionen unserer Stadt nichts zu suchen haben. Das Amt des Stadtkämmerers ist eine Schlüsselposition für die Zukunft Wuppertals. Wer unsere Stadtfinanzen verantwortet, muss fachlich uneingeschränkt überzeugen. Das Parteibuch darf dabei keine Rolle spielen.“
Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage fordert die FDP/WFW-Fraktion einen „transparenten und ergebnisoffenen Auswahlprozess“. Van der Most: „Jetzt muss es heißen: Fachlichkeit geht vor. Wuppertal braucht den besten Kandidaten oder die beste Kandidatin – unabhängig von der politischen Zugehörigkeit. Unsere Stadt steht vor enormen finanziellen Herausforderungen. Deshalb brauchen wir eine Persönlichkeit mit ausgewiesener Kompetenz im kommunalen Finanzmanagement und der Fähigkeit, Vertrauen bei Rat, Verwaltung und Bürgerschaft zu schaffen.“
Man erwarte, „dass die Oberbürgermeisterin und die SPD aus den Vorgängen die notwendigen Konsequenzen ziehen und künftig sicherstellen, dass Qualifikation, Transparenz und Sorgfalt oberste Priorität bei Personalentscheidungen haben. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass Schlüsselpositionen ausschließlich nach Eignung und Befähigung besetzt werden.“