Man sei „tief enttäuscht“ über die Vorgehensweise der zuständigen DB InfraGO: „Neben fehlender Modernisierung der Stellwerke und dem Fehlen wichtiger Systeme wie ETCS (European Train Control System) ist trotz der langen Wartezeit nicht mit einer höheren Zuverlässigkeit und Kapazitätssteigerung zu rechnen. Die Kommunikation lässt die betroffenen Bürgerinnen und Bürger und die Stadtverwaltung im Regen stehen.“
Besonders kritisch sei der Ablauf der Totalsperrung zu werten: „Während eine vollständig sanierte Strecke versprochen wurde, folgt nun kurzfristig die Nachricht über weitere Teilsperrungen im S-Bahn-Verkehr.“
Der verkehrspolitische Sprecher Timo Schmidt: „Es ist nicht hinnehmbar, dass eine Großstadt mit 360.000 Einwohnerinnen und Einwohnern faktisch vom Schienenverkehr abgekoppelt wird, ohne dass ein ausreichendes SEV-Konzept (Schienenersatzverkehr) vorliegt. Fehlende Unterstände und zu klein dimensionierte Haltebuchten machen die Situation für die Fahrgäste untragbar.“
Zudem gebe es „ein massives finanzielles Problem: Die Kosten für den Zugang zur Südstadt vom Wuppertaler Hauptbahnhof sind von ursprünglich geschätzten 6,5 Millionen auf zehn Millionen Euro gestiegen.“
Die Situation in Wuppertal sei allerdings „kein isoliertes Problem der DB InfraGO“, sondern „Symptom einer strukturellen Unterfinanzierung der nationalen Infrastruktur, wodurch auch bei Sanierungen kostenoptimiert geplant wird. Dennoch fordern sie von der DB eine radikale Kehrtwende in der Kommunikation und Planung.“
„Wir appellieren an die Deutsche Bahn: Lernen Sie aus diesen Fehlern! Bevor ÖPNV-Verbindungen gekappt werden, muss ein echter Dialog mit der Kommune, der Politik und der Öffentlichkeit stattfinden“, so Schmidt.
Man fordere „eine transparente Aufarbeitung der Kostensteigerungen sowie einen verbindlichen Zeitplan für die tatsächliche Modernisierung der Stellwerke, damit Wuppertal endlich wieder eine verlässliche Anbindung an die Zentren Düsseldorf und Essen erhält“.