Die Toilette war rund ein Jahr lang außer Betrieb. Ursache: Irreparabel defekte Technik. Ursprünglich war ein Abriss mit Neubau vorgesehen, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung führte jedoch zu einer Sanierung der bestehenden Anlage. Die Kosten beliefen sich auf rund 150.000 Euro.
Erneuert wurden Technik und Innenausstattung, verbaut sind nun vandalismussichere Materialien wie Edelstahl statt Keramik. Die Toilette ist unisex, barrierearm, verfügt über einen Wickeltisch, einen SOS-Knopf sowie eine automatische Türentriegelung nach 15 Minuten. Gereinigt wird sie einmal täglich, geöffnet ist sie montags bis sonntags von 7 bis 20 Uhr.
Gestaltet wurde das Häuschen vom Wuppertaler Streetart-Künstler Martin Heuwold alias „Megx“, der unter anderem auch die Lego-Brücke über der Schwesterstraße realisiert hat. Aufgrund der floralen Bemalung wird die Anlage inzwischen auch als „Löwenzahn-Toilette“ bezeichnet.
Oberbürgermeisterin Miriam Scherff betont, dass der Zustand der öffentlichen Toiletten in der Stadt lange Zeit unter Sparzwängen gelitten habe. Saubere, zugängliche und nach Möglichkeit weiterhin kostenfreie WCs seien jedoch ein wichtiger Bestandteil von Aufenthaltsqualität und Stadtentwicklung. Viele Anlagen stammen noch aus den 1970er bis 1990er Jahren. Ziel sei es, mit begrenzten Mitteln möglichst viele Verbesserungen zu erreichen.
Der Berliner Platz soll dabei den Auftakt für ein neues Toilettenkonzept bilden. Bezirksbürgermeister Christian Wirtz sprach von einer Vorreiterrolle für Oberbarmen. Der Standort sei Verkehrsknotenpunkt und Schwebebahn-Endstation – eine öffentliche Toilette habe hier spürbar gefehlt. Seit November 2024 koordiniert Projektleiterin Jana Verhülsdonk die Entwicklung eines neuen Konzepts für ganz Wuppertal. Grundlage ist eine umfassende Bestandsaufnahme sowie der Austausch mit Bezirken, Initiativen und städtischen Einrichtungen.
Ziel ist es, Anzahl und Qualität öffentlicher Toiletten zu verbessern und das Angebot auszuweiten. Neben klassischen WC-Anlagen setzt die Stadt verstärkt auf Kooperationen. Besuchertoiletten in Stadtteilbibliotheken, Volkshochschule, Verwaltungsgebäuden, Sportanlagen und an der Bergischen Universität stehen inzwischen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.
So ist die Zahl der nutzbaren Toilettenstandorte von ehemals acht festen Anlagen plus zwei Containern auf über 60 angewachsen. Ergänzend ist bis Ende Februar eine digitale Toilettenkarte geplant, die Standorte und Ausstattungsmerkmale übersichtlich darstellen soll.
Für Bau, Reinigung und Instandhaltung aller öffentlichen Toiletten steht aktuell ein Jahresbudget von 370.000 Euro zur Verfügung. Aus Sicht der Projektleitung reicht das Budget nur begrenzt aus.
Die Sanierung am Berliner Platz zeigt zwar, was mit gezielten Maßnahmen möglich ist, sie macht aber auch deutlich, dass der weitere Ausbau und der dauerhafte Betrieb eine zentrale Herausforderung bleiben.
Im Rahmen des städtischen Toiletten-Konzepts wird auch die Frage des Betriebs stärker in den Blick genommen, um Ausfälle und längere Schließungen künftig möglichst zu vermeiden. Nicht nur Bau und Sanierung, sondern vor allem Reinigung, Wartung und Aufsicht entscheiden darüber, ob öffentliche Toiletten dauerhaft nutzbar bleiben.
Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass reine Investitionen ohne gesicherten Betrieb schnell ins Leere laufen.