Leserbrief „Die Kostenersparnis wäre enorm“

Betr.: Ausbau der L419 in Ronsdorf

Die L419 im Bereich Erbschlöer Straße.

Die L419 im Bereich Erbschlöer Straße.

Foto: Christoph Petersen

Seit vielen Jahren wird über den vierstreifigen Ausbau der L419 (Parkstraße in Ronsdorf) zu einer Bundesfernstraße kontrovers diskutiert, ja gestritten. In diesen Jahren ist eine Planung entstanden, die für die Anwohner, für den Naturschutz (Ronsdorfer Verschönerungsverein RVV) gravierende Nachteile bringt. Lediglich für den Autoverkehr ist der Ausbau so vorteilhaft, dass er vermutlich gewaltig zunehmen wird.

Und das ist auch schon die Krux der vorliegenden Planung. Denn der weiterhin geplante Abstieg zur A1 wird, wenn überhaupt, erst nach vielen Jahren erfolgen, da er von der Bundesrepublik Deutschland geplant und gebaut werden muss. Dies setzt aber auch eine Umwidmung der Straße zur Autobahn voraus. Wenn also die vermutete Zunahme des Autoverkehrs nach Realisierung des 1. Bauabschnitts von Lichtscheid bis Erbschlö erfolgt ist, wird der Autostau spätestens dann entstehen, wenn die Autos auf die nur zweistreifige Blombachtalbrücke treffen.

Da die Brücke nunmehr das stolze Alter von 64 Jahren erreicht hat, ergibt sich für mich die Frage, ob die dem dann gestiegenen Verkehr nach weiteren Jahren des Ausbaus überhaupt noch aushält. Die Bewohner der Linde, die schon lange über den ausufernden Verkehr klagen, werden auf viele Jahre nicht entlastet. Fazit: Der Abstieg zur A1 muss vor allem Anderen gebaut werden. Aber das wird die Bürokratie schon zu verhindern wissen!

Der Natur- und Klimaschutz in Ronsdorf wird seit 1869 durch die umfangreichen Waldungen des Ronsdorfer Verschönerungsvereins (RVV) komplett ehrenamtlich positiv beeinflusst. Durch den vierstreifigen Ausbau der L419, welche die Anlagen heute noch zweistreifig durchschneidet, werden ca. acht Prozent der Waldungen wegfallen, müssen gerodet werden.

Der RVV darf jedoch gemäß seiner Satzung keine Waldgebiete seines Eigentums verkaufen und ist deshalb auf eine Klage gegen die Planung angewiesen, schon alleine um einer Enteignung zu entgehen. Da die Kosten zur Vorbereitung und Durchführung der Klage von 50.000 Euro nicht aus den Mitgliedsbeiträgen generierbar sind, musste der Verein zu Spenden aufrufen.

Da ich kein Auto mehr besitze, benutze ich umweltfreundlich den ÖPNV, insbesondere die Linie 640 nach Barmen, welche die Parkstraße als Linienweg befährt. Ich tue dies sehr häufig und zu fast allen Tageszeiten, ich habe immer ohne Stau pünktlich mein Ziel erreicht. Nach meiner Meinung ist daher ein vierstreifiger Ausbau nicht erforderlich. Wenn Staus entstehen, entstehen sie vor den Ampeln der Knotenpunkte Einmündung Staubenthaler Straße und der Kreuzung Parkstraße – Erbschlöer Straße/Erbschlö. Es würde daher völlig ausreichen, die Knotenpunkte zu ertüchtigen.

Das könnte man durch Umkehr der jetzigen Planung erreichen, indem nicht die Staubenthaler Straße und die Erbschlöer Straße abgesenkt, sondern die L419 unter den jeweiligen Kreuzungen hindurchgeführt wird, so dass der Durchgangsverkehr ungehindert fließen kann. In diesem Fall reichen für den Durchgangsverkehr womöglich zwei Fahrstreifen zuzüglich der Zu- und Abfahrten. Möglicherweise wäre es überirdisch sogar möglich, Kreisverkehre zu bauen und somit die Ampeln überflüssig zu machen. Die Kostenersparnis gegenüber der vorliegenden Planung wäre enorm.

Kürzlich wurde berichtet, dass in NRW über 800 bis 900 Brücken marode sind und teilweise neugebaut werden müssen. Es wäre daher viel sinnvoller, die eingesparten Mittel für deren Instandsetzung zu verwenden.

Bruno Wortmann

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