Pina-Bausch-Zentrum in Wuppertal: Hohe Kosten

: Grenzen überschritten

Betr.: Pina-Bausch-Zentrum

Kunst gibt es nicht zum Nulltarif, ein Sachverhalt, den man akzeptieren sollte. Die Frage ist nur, ob es nicht auch Grenzen gibt. Im Fall des Pina-Bausch-Zentrums werden diese Grenzen offensichtlich überschritten.

Zunächst macht es Sinn, dass seit Jahren leer stehende Wuppertaler Schauspielhaus zur Nutzung eines Pina-Bausch-Zentrums umzubauen. Aber damit nicht genug. Geplant ist nicht nur ein Umbau, sondern dazu noch eine Erweiterung. Das alles soll aus heutiger Sicht stolze 80 Millionen Euro kosten.

Mit diesem Betrag wird die Stadt Wuppertal zwar nicht belastet, weil davon rund 90 Prozent durch Landes-, Bundes- und EU-Mittel gefördert werden, aber letztendlich sind es Steuergelder. Dazu kommen dann noch die jährlichen Betriebskosten, die zurzeit geschätzt zehn Millionen Euro betragen werden. Wohlgemerkt – jährlich und geschätzt.

Sollte das Pina-Bausch-Zentrum termingerecht in 2025 eröffnet werden, sind bis dahin 80 Millionen Euro angefallen. Dazu kommen dann noch für die nächsten zehn Jahre 10 x 10 Millionen Euro Betriebskosten, also weitere 100 Millionen Euro. Mit anderen Worten belaufen sich die Aufwendungen für die ersten zehn Jahre dann insgesamt auf 180 Millionen Euro. Bei aller Wertschätzung für die Arbeit von Pina Bausch, aber ist das gerechtfertigt und vor allem vertretbar?

Dagegen wäre die Seilbahn doch ein echtes Schnäppchen gewesen – oder ?

Hans Schneider