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Diskussion zum Thema Nordpark: Kein Neubau von Parkplätzen

Diskussion zum Thema Nordpark : Kein Neubau von Parkplätzen

Betr.: Diskussion zum Thema Nordpark

Die Stadt Wuppertal plant, die Zahl der Parkplätze am Nordpark in der Straße Mallack von 80 auf 180 zu erhöhen und damit mehr als zu verdoppeln.

Und dies in einer Zeit, in der Stadt und Wohnquartiere unter der weiter zunehmenden Zahl von Fahrzeugen ächzen. Damit wird die Stadt Wuppertal selbst zum Treiber dieser allseits beklagten Entwicklung einer zunehmenden Belastung durch den Kraftfahrzeug-Verkehr. Denn natürlich wird eine Ausweitung des Parkplatzangebotes weiteren Autoverkehr nach sich ziehen, und das nicht nur in der Straße Mallack, sondern im gesamten Einzugsgebiet. Darüber hinaus benötigen wir dringend städtisches Grün mit Versickerungsmöglichkeiten und keine weitere Flächenversiegelung. Die Bereitstellung zusätzlichen Parkraums steht dem Ziel der Klimaneutralität diametral entgegen. Das Bündnis „Mobiles Wuppertal“ fordert die Stadt Wuppertal sowie die Mitglieder der Bezirksvertretung Barmen auf, eine zukunftsfähige, „enkeltaugliche” Mobilitätslösung zu finden.

Dazu haben wir einige Vorschläge erarbeitet.

 Ausgangslage:

Es ist vorgesehen, an der Straße Mallack auf dem südöstlich gelegenen Waldgrundstück, Flurstück Nr. 227, 100 zusätzliche Parkplätze für einen künftigen Gastronomiebetrieb in den Turmterrassen zu schaffen und hierzu die vorhandene Vegetation zu beseitigen.Ungeachtet möglicher weiterer umwelt- und naturschutzfachlicher Bedenken hält das Bündnis „Mobiles Wuppertal“ die Anlage zusätzlicher Parkplätze an dieser Stelle verkehrlich aus den nachfolgend genannten Gründen für unvertretbar und schlägt daher Alternativmaßnahmen vor.

 Unzureichende Leistungsfähigkeit der Straße Mallack:

Die Straße Mallack als einzige Zuwegung zu den bereits vorhandenen 80 und den zusätzlichen 100 Parkplätzen besitzt ab Haus Nr. 33 eine Gesamtbreite von lediglich 3,50 bis 4 Meter und ist damit für Begegnungsverkehr an- und abfahrender Pkw nicht geeignet. Zudem verfügt die Straße nicht über Gehwege, so dass sich auf einer Gesamtstrecke von beinahe 400 m bis zu den vorhandenen Parkplätzen an- und abfahrende Kfz sowie Fußgänger den Verkehrsraum teilen müssen. Bei passender Wetterlage kommt es bereits heute zu entsprechenden massiven gegenseitigen Behinderungen. Mit dem Restaurant „Haus Mallack“ und den Sportplätzen sind darüber hinaus weitere Verkehrserzeuger mit eigenen unkoordinierten Nachfragespitzen vorhanden, so dass an- und abfahrende Verkehre regelmäßig aufeinandertreffen.

Eine Aufweitung der Straße im Abschnitt zwischen den Häusern 33 und 34-36 erfordert die Zustimmung und einen Flächenerwerb der Eigentümer der Häuser 33 und 36. Eine Enteignung wäre nicht zulässig, da die hierdurch ermöglichte Straßenverbreiterung keinem öffentlichen Verkehrszweck, sondern lediglich privatnützig zugunsten eines Gewerbebetriebes erfolgen würde.

 Finanzielle Risiken:

Für die Errichtung der zusätzlichen Parkplätze ist ein Betrag von 500.000 Euro aus der Stellplatzrücklage vorgesehen, wobei eine seriöse Baukostenkalkulation bisher nicht vorliegt, und somit weitere Kostensteigerungen zu erwarten sind. Eine Refinanzierung durch kostendeckende Parkgebühren ist dagegen bisher nicht angedacht.

 Unsere Lösungsvorschläge.

1.) Alternative Parkmöglichkeit auf Axalta-Parkplatz:

Auf dem Axalta-Parkplatz neben der A46 stehen nicht nur außerhalb der Betriebszeiten des Werks Stellplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung. Die Firma hat die Benutzung durch betriebsfremde Nutzer bisher nicht untersagt oder eingeschränkt. Es müsste jedoch ihr Einverständnis zu einer dauerhaften Mitbenutzung eingeholt werden. Wenn Axalta den Platz daraufhin bewirtschaften und Parkgebühren erheben möchte, wäre dies kein Ausschlussgrund, sondern im Sinne der Kostenwahrheit im Verkehr sogar zu begrüßen. Dieser Parkplatz ist fußläufig über die Fußgängerbrücke über die A46 und einen autobahnparallelen Fußweg, der allerdings noch befestigt werden müsste, gut erreichbar. Die Wegelänge von den Turmterrassen zu diesem Parkplatz beträgt 515 Meter und ist damit um etwa 350 Meter länger als der Fußweg zu den vorgesehenen neuen Parkplätzen. Die zusätzlich erforderliche Gehzeit beträgt daher lediglich vier (!) Minuten. Die Nutzung der vorhandenen Plätze an der Straße Mallack und der Axalta-Parkplätze könnte über die neue Parkplatz-App so gesteuert werden, dass zunächst die Plätze an der Straße belegt werden und anschließend auf den Axalta-Platz umgeleitet wird. Unterstützend könnte an der Einmündung Mallack/Märkische Straße eine stationäre Infotafel den Belegungsstand anzeigen.

2.) Erschließung durch den Umweltverbund:

In der heutigen Zeit besonders befremdlich erscheint der bislang völlige Verzicht der Planung auf Lösungen im Umweltverbund. Dabei würde ein hoher Anteil umweltfreundlicher Verkehrsarten gerade im Freizeitverkehr den Erholungswert des Nordparks für alle Besucher deutlich erhöhen. Wir fordern daher eine deutliche Verbesserung der Angebote für den Radverkehr und den ÖPNV:

a) Radverkehr:

Mit der künftigen Hatzfeldtrasse stünde eine in der Steigung verträgliche Wegeverbindung in die Barmer Innenstadt zur Verfügung. Wenn zugleich das kurze Verbindungsstück zur A46- Brücke hergerichtet würde, könnten der Nordpark und die Turmterrassen auch mit dem Fahrrad komfortabel erreicht werden.

 b) ÖPNV:

Mit dem neuen On-Demand-Angebot der WSW bietet sich die Chance, auch bisher schlecht an den ÖPNV angebundene Gebiete attraktiv zu bedienen. Die eingesetzten Fahrzeuge können im Gegensatz zu normalen Linienbussen die Straße Mallack problemlos befahren und die Turmterrassen unmittelbar mit einem „virtuellen Haltepunkt“ andienen. Ein Bedienungsgebiet „Barmen“, zu welchem der Nordpark gehört, ist allerdings noch nicht eingerichtet. Zusätzlich hätte der Betreiber der Turmterrassen die Möglichkeit, Fahrdienste mit Kleinbussen/Großraumtaxen selbst zu organisieren, entweder durch Kooperation mit einem Taxi-Unternehmen, oder mit eigenen Fahrzeugen, welche bei Großveranstaltungen die Gäste von Bahnhöfen und Parkplätzen abholen und wieder dort hinbringen. Für die auf der Märkischen Straße verkehrenden Linien 332, 646 und NE 4 wäre eine zusätzliche Haltestelle „Mallack“ in Höhe der Einmündung wünschenswert.

 Finanzierung:

Die beschriebenen Maßnahmen inklusive Fahrzeugbeschaffung könnten rechtskonform aus den bereitstehenden 500.000 Euro finanziert werden.

 Bündnis „Mobiles Wuppertal“