1. Leser

Immer noch geschlossene Recyclinghöfe: Wohin mit dem Grünschnitt?

Immer noch geschlossene Recyclinghöfe : Wohin mit dem Grünschnitt?

Betr.: Recyclinghöfe

Früher als üblich hat sich der Winter verabschiedet. Auch wenn im März noch mit einigen kalten Tagen zu rechnen sein wird, Zugvögel kommen zurück, die Natur ist erwacht. Allen Winterschläfern ist gemein, dass sie sich bei äußeren Veränderungen rasch auf Normaltemperatur erwärmen. Hier sollte die Wuppertaler Abfallwirtschaft sich ein Beispiel nehmen und keine Ausnahme machen. 

 Gärtner und auch Hobbygärtner sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz verpflichtet, Hecken und Sträucher wegen des Vogelschutzes nur in der Zeit von Oktober bis Ende Februar zu schneiden. Demjenigen, der sich nicht daran hält, droht ein Bußgeld in Höhe von mehreren Tausend Euro. 

 Aber wohin mit dem Grünschnitt, wenn man zufällig keine eigene große Kompostieranlage und auch noch zufällig in Wuppertal seinen Wohnsitz hat? Während anderorts Recyclinghöfe auch in Pandemie-Zeiten geöffnet sind, wird man in Wuppertal mit dem Hinweis auf die Ansteckungsgefahr und Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter vertröstet. Man würde bis auf weiteres keinen Grünschnitt entgegennehmen, hieß es auf Nachfrage. Die Recyclinghöfe bleiben geschlossen.

 Bei allem Respekt und Verständnis für gelebte Mitarbeiterfürsorge durch die AWG fragt man sich gerade in Zeiten zunehmender Lockdown-Frustration, ob es hier nicht an Fantasie fehlt. Die Entsorgung auf den Recyclinghöfen erfolgt schließlich unter freiem Himmel und nahezu kontaktlos. Was sollen Beschäftigte in Berufen sagen, die in Innenbereichen ausgeübt werden müssen, wie zum Beispiel bei Lehrern, in Pflegeberufen oder Busfahrern? Unter Einhaltung aller Hygienevorgaben dürfte es doch ein Leichtes sein, die notwendige Aufsicht bei der Entsorgung durch den Bürger auf den Recyclinghöfen sicherzustellen.

 Es ist zu wünschen, dass die Wuppertaler AWG, die sich zuletzt gemeinsam mit der Straßenreinigung ESW auch beim Einsatz im Winterdienst bewährt hat, ihren guten Ruf nicht verspielt und weiteren Frust oder „wilde Müllkippen“ gar nicht erst entstehen ließe.

Siegfried Jähne