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Wuppertaler Kultur-Solidarpakt „EinTopf“: Anträge werden dringlicher

Kultur-Solidarpakt : „EinTopf“: Die Anträge werden dringlicher

Der Wuppertaler Kultur-Solidarpakt „EinTopf“, der sich im Oktober als Verein organisiert hat, hat seit dem Frühjahr rund 96.000 Euro an Spenden erhalten. Weil der Bedarf durch den zweiten Lockdown mehr denn je vorhanden ist, hoffen die Initiatorinnen und Initiatoren auf weitere Unterstützung.

Corona geht an die Reserven. Das betrifft im stillgelegten Wuppertaler Kulturleben diejenigen, die die hiesige Vielfalt bisher ermöglicht haben – die Kulturschaffenden. Für sie hat das Wort „Reserven“ eine direkte und brutale Bedeutung.

„Im Vergleich zum Frühjahr haben die Anträge jetzt eine viel größere Dringlichkeit“, sagt Johannes Schmidt vom Kultur-Solidarfonds „EinTopf“. „Viele Künstlerinnen und Künstler haben seitdem Kredite aufgenommen oder den Dispo ihres Kontos in Anspruch genommen, aber inzwischen sind die Reserven einfach aufgebraucht.“ Dazu komme die Unsicherheit, wann es wie weitergehen kann. Viele Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen sind zwar auf 2021 verschoben worden. Aber die Einnahmen, auf die dann alle hoffen, werden die Ausfälle des Jahres 2020 kaum ausgleichen können.

Die eingegangenen Mittel stammen aus Spenden und Erlösen diverser Aktionen, dazu kommt ein Drittel der virtuellen Eintrittsgelder, die an die lokale Streaming-Plattform „Stew.one“ gezahlt wurden. Die Verwaltung der Mittel übernimmt das Kulturbüro der Stadt und das „Freie Netz Werk Kultur“. Über die Ausschüttung entscheidet eine Jury, deren Besetzung regelmäßig wechselt. Ausgezahlt wurden bisher etwa 60.000 Euro. Davon ging ein Drittel an die Betreiber von Kulturorten - Theatern, Galerien und Clubs. Etwa 11.000 Euro bekamen Musikerinnen und Musiker, rund 6.800 Euro gingen an Bildende Künstlerinnen und Künstler. 38 Anträge wurden insgesamt bewilligt, einige stehen noch aus.

Spenden sind daher weiterhin sinnvoll, versichert Johannes Schmidt, der hauptberuflich bei „Utopiastadt“ am Mirker Bahnhof arbeitet und dort das Kulturprogramm verantwortet. „Es ist ja überhaupt nichts an Veranstaltungen planbar. Ein bestimmtes Konzert habe ich selbst jetzt schon sechs Mal verschieben müssen - kein Ende in Sicht und damit für die Künstler auch keine Einnahmen.“