Wuppertaler Bühnen stellen den Spielplan 2019/20 vor

Wuppertaler Bühnen : Liebestrank trifft Romeo + Beethoven

Es steht viel Spannendes auf dem Plan bei Oper, Schauspiel und Sinfonieorchester für die Spielzeit 2019/20. Opernintendant Berthold Schneider (zusammen mit Chefdramaturg David Greiner), Schauspielintendant Thomas Braus und Generalmusikdirektorin Julia Jones präsentierten für Abonnenten und Presse ihre Programmausblicke mit großem Bahnhof im Barmer Bahnhof.

Klassisches, Individuelles, Neues und Gegen-den-Strich-Gebürstetes ergänzen sich in allen drei Sparten der Wuppertaler Bühnen. Die jeweiligen Programme gibt es als einzelne, aufwendig gestaltete Hefte – gemeinsam zu Hause in einem Schuber. Plus separatem Serviceheft mit sozusagen allen „technischen“ (Abo & Co.-)Daten.

Für die Oper machte Berthold Schneider gleich zu Beginn deutlich: „Alle unsere Sängerinnen und Sänger bleiben in Wuppertal!“ Im Programm treffen sich Mythen und Musik der Gegenwart: Der Bogen spannt sich von Strawinskys „Oedipus Rex“, Puccinis „La Boheme“ (David Greiner: „Wer ’La Boheme’ nicht mag, ist für die Oper einfach ungeeignet“) bis zu Donizettis „Der Liebestrank“. Zu Weihnachten kommt die Rockoper „Jesus Christ Superstar“ – Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen „Nils Karlsson Däumling“ und Benjamin Brittens „Ein Sommernachtstraum“. Neue Wege testet Wuppertal mit einem Musiktheaterprojekt namens „Chaosmos“.

Das Schauspiel geht für drei Projekte vom Engelsgarten ins Opernhaus: Mit „Romeo und Julia“ (Intendant Thomas Braus: „Ohne Shakespeare geht’s bei mir nicht“), Molieres „Der Geizige“ und dem Weihnachtsstück „Der kleine Lord“, das aber auch im Kleinen Haus läuft. Camus’ „Missverständnis“, die Migrationserzählung „atlas“ des Dramatikerpreisträgers Thomas Köck, Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ und das schräge „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ stehen für den Theater-Spagat zwischen Klassikern, Klassikern der Moderne und echter Gegenwart. Dazu passt „Bilder einer großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf, der das Isa-Motiv aus seinem Roman „Tschick“ weiterführt. Was Thomas Braus dabei immer wichtig ist: Jungen Regisseuren ein Sprungbrett zu bieten.

Für die mittlerweile 157. Spielzeit des Wuppertaler Sinfonieorchesters hat Generalmusikdirektorin Julia Jones ein facettenreiches Spektrum zusammengestellt: „Es gibt neue Sachen und alte Sachen, ich bleibe mir treu.“ Neu beispielsweise die Uraufführung eines Werkes des Wuppertaler Komponisten Lutz-Werner Hesse zu Else Lasker-Schüler. 25 Komponisten insgesamt hat das Sinfonieorchester fürs kommende Jahr im Programm – inklusive (natürlich!) Beethovens „Fünfter“ zum 250. Geburtstag der Komponistenlegende. Schubert, Mahler, Schumann, Schostakowitsch, Dvorák, Mozart, Puccini, Brahms – die Liste liest sich wie ein „Who is who“.

Für die „Uptown Classics“ geht das Orchester (wieder – und gern) hinaus in die Stadt. Julia Jones verspricht „viele Emotionen“. Beispielsweise bei „ihren“ zehn Sinfoniekonzerten, wenn große auf weniger bekannte Werke treffen – und sich dabei „neue Hörperspektiven und raffinierte Verknüpfungen“ ergeben.

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