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Interview: Schauspielintendantin Susanne Abbrederis über ihre erste Spielzeit im Tal: "Wir sind hier angekommen"

Interview: Schauspielintendantin Susanne Abbrederis über ihre erste Spielzeit im Tal : "Wir sind hier angekommen"

Neues Theater, neues Ensemble, neue Intendantin — in Sachen Schauspiel mussten sich die Wuppertaler umgewöhnen. Darüber, wie sie ihr erstes Jahr bewertet, sprach Rundschau-Redakteurin Sabina Bartholomä mit Intendantin Susanne

Wie beurteilen Sie Ihre erste Spielzeit in Wuppertal?

Das Experiment ist geglückt, wir sind bei den Wuppertalern angekommen. Mit einer Auslastung von über 80 Prozent hatten wir beim Start nicht gerechnet. Die Schauspieler sind bei den Zuschauern sehr beliebt, haben sich zu einem echten Ensemble gefunden.

Was war für Sie besonders erfreulich?

Neben dem großen Zuspruch der Produktionen, dass wir mit dem Format "Engelsgartentexte" ins Schwarze getroffen habe. Die Lesungen sind mittlerweile so gut besucht, dass wir nun ins Opernhaus umziehen. Außerdem sind die "Visitenkarten" sehr beliebt, hier haben die Zuschauer die Gelegenheit, ihre Darsteller auf sehr persönliche Weise kennenzulernen.

Wird es Veränderungen im Schauspielensemble geben?

Zu meiner Freude keine großen, Daniel F. Kamen wird aus persönlichen Gründen wieder nach Österreich zurück gehen. Dafür stößt Alexander Peiler zu uns, der sicherlich gut ins Ensemble passt.

Die wohl erfolgreichste Produktion war "Die Wupper", wird es eine Wiederaufnahme geben?

  • Das Ensemble von „Schlafende Frau“.
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  • Der Chor der Volksbühne.
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  • Bei „Die Piraten“ ist ganz schön
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Ich würde das gerne machen, alle Kooperationspartner säßen wieder mit im Boot. Aber ohne Sponsoren ist das nicht zu leisten. Daher glaube ich nicht an eine Wiederaufnahme.

Musste sich die Sparte Schauspiel finanziell am spartenübergreifenden Projekt "Romeo und Julia" beteiligen?

Man hätte es gerne gesehen. Bei unseren geringen Mitteln hätte das den Verzicht auf eine Produktion nötig gemacht. Der Beitrag des Schauspiels am Projekt ist der Schauspieler Konstantin Shklyar, den ich dafür freigestellt habe.

Die Nachfrage nach einigen Schauspielproduktionen ist größer als das Angebot. Können Sie nicht mehr Vorstellungen anbieten?

Das würde ich gerne, aber es scheitert an der Stundenzahl des kleinen technischen Teams. Zum Beispiel wäre es vom Ensemble her gut möglich, während vormittags das Familienstück läuft, am Abend eine weitere Produktion anzubieten. Aber wir haben keine Technik für den Umbau.

Und jetzt geht's mit Volldampf in die neue Spielzeit?

Ja, die Proben zu "Engels & Friends" laufen bereits. Dann wollen wir das literarische Projekt mit Autor Hermann Schulz und den Asylsuchenden starten. Aber heute steht das Theaterfest auf dem Programm. Ab 14 Uhr wird sich auch das Schauspiel mit vielen Beiträgen auf der Festmeile im Engelsgarten präsentieren.

(Rundschau Verlagsgesellschaft)