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Protestaktion: Das Wuppertaler „Underground“ macht sich nackt

Aussbleibende Hilfen : Protestaktion: Das „Underground“ macht sich nackt

Das Wuppertaler „Underground“ beteiligt sich an der Online-Protestaktion „Ihr macht uns nackt“. Um auf die finanzielle Situation der Elberfelder Event-Location hinzuweisen, haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezogen.

„Die Überbrückungshilfe II, die uns über die Monate September bis Dezember 2020 helfen sollte, haben wir erst im Dezember bekommen! Beinahe hätten wir so lange nicht durchgehalten. Ohne die unerwartete und tatsächlich unbürokratische Finanzhilfe durch den Wuppertaler ,EinTopf‘ und die selbstlose Unterstützung unserer Mitarbeiter wären wir pleite gewesen, bevor die Überbrückungshilfe kam. November- und Dezemberhilfe haben wir letzten Monat (Februar 2021) endlich erhalten“, erklärt „Underground“-Chefin Melanie Hachel.

Sie berichtet weiter: „Die Überbrückungshilfe für die ersten Monate dieses Jahres konnte erst vor ein paar Tagen beantragt werden – das Geld ist also noch in weiter Ferne, besonders, da die Auszahlungen nun (mal wieder) wegen Betrugsversuchen gestoppt wurden. Und das sind alles nur Hilfen, um die laufenden Kosten für den Laden zu bezahlen. Es gibt keine Finanzhilfen für das Inhaber-Duo, weil beide noch Teilzeitjobs haben. Davon müssen sie jetzt ihren Lebensunterhalt bestreiten. Es gibt keine Finanzhilfen für die Mitarbeiter, weil Minijobber kein Anrecht auf Kurzarbeitergeld haben. Sie gehen also komplett leer aus.“

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Hachel: „Im ersten Lockdown waren wir noch optimistisch und konnten ihnen von den Rücklagen entlohnte Beschäftigung anbieten, indem wir im und ums Underground herum renoviert haben. Während des zweiten Lockdowns können wir uns das nicht mehr leisten, sonst sind wir insolvent, bevor die nächsten Hilfen bei uns ankommen. Unseren Vermieter, die Stadt Wuppertal, haben wir um Entgegenkommen bei der Pacht gebeten, und zwar schon im April 2020. Erst kam eine Absage, mit der wir uns nicht zufriedengegeben haben. Dann hat die Stadt im September Unterlagen zu unserer finanziellen Situation angefordert, welche wir im Oktober eingereicht haben. Weitere Unterlagen forderte die Stadt im Dezember, die sie auch prompt von uns bekommen hat. Mit diesen Kontoauszügen, Steueranmeldungen und Geschäftsberichten haben wir uns komplett nackt gemacht – bisher ohne Erfolg: Die Stadt prüft immer noch und hat noch keine Entscheidung getroffen.“

Ihr Fazit: „Auch hier ist unser Eindruck: Wir werden vergessen, unsere Probleme nicht ernst genommen, Antworten bzw. Lösungen so lange verzögert, bis wir schließlich insolvent sind – denn dann hat sich das mit der Hilfe von selbst erledigt! Wir ziehen blank, denn unsere Nerven liegen blank! Hinzu kommt dann noch der drohende Verlust unseres Gebäudes durch das geplante Pina Bausch Zentrum. Ohne das Zu Hause im Sopp’schen Pavillon an der Bundesallee ist das Underground dann wirklich nackt!“