Kurrende und Kantorei Barmen-Gemarke Kirche will nicht mehr zahlen

Wuppertal · Bei der Sommersynode des evangelischen Kirchenkreises am Samstag (3. Juni 2023) steht eine Beschlussvorlage zur Abstimmung, die für die Wuppertaler Kurrende und die Kantorei Barmen-Gemarke drastische Folgen haben könnte. Sie sieht vor, dass den Chören ab 2025 sämtliche Zuschüsse gestrichen werden.

 Bisher bekommt die Kantorei Barmen-Gemarke (l.) 20.000 Euro jährlich von der Kirche, bei der Kurrende können Geschäftsführer Tilman Klett und der musikalische Leirer Lukas Baumann (r., Foto: Bahrmann) mit 50.000 jährlich planen. Ab 2025 sollen die Zuschüsse gestrichen werden.

Bisher bekommt die Kantorei Barmen-Gemarke (l.) 20.000 Euro jährlich von der Kirche, bei der Kurrende können Geschäftsführer Tilman Klett und der musikalische Leirer Lukas Baumann (r., Foto: Bahrmann) mit 50.000 jährlich planen. Ab 2025 sollen die Zuschüsse gestrichen werden.

Foto: Andreas Fischer

Für die Kurrende geht es dabei um 50.000 Euro pro Jahr – entsprechend bestürzt fällt die Reaktion von Geschäftsführer Tilman Klett aus. Und das auch wegen der Form der Ankündigung: „Wir wurden vorgeladen und über die Pläne unterrichtet. Konstruktive Gespräche darüber, wie die Kurrende als christlicher Kirchenchor weiterbestehen kann, wurden explizit nicht gewünscht.“ Das christliche Kulturgut Knabenchor sei damit in Wuppertal in seiner Existenz gefährdet.

Für ihn stelle sich damit die Frage, ob sich die Kurrende in zukunft noch hochkarätige Projekte leisten kann oder zum Provinzchor wird. Gleichzeitig verweist er auf 30 Neuanmeldungen von Nachwuchssängern allein in diesem Schuljahr. Klett: „Ausgerechnet dort, wo sie wächst, will die Kirche jetzt sparen ...“

Bei der Kantorei Barmen-Gemarke, für die 20.000 Euro jährlicher Zuschuss auf dem Spiel stehen. will man das Thema erst beraten und sich äußern, wenn der Streichungs-Beschluss von der Synode tatsächlich mehrheitlich getroffen wird. Der Vorsitzende Arno Gerlach sagt nur so viel: „Wir alle bedauern diese Absicht sehr, weil wir meinen, dass Musik zum Wesensinhalt der Kirche gehört, und haben ja auch eine enge Bindung, weil wir regelmäßig Kantate-Gottesdienste gestalten.“

Das Ganze der Kirchenkultur und die Verantwortung des Kirchenkreises nimmt Superintendentin Ilka Federschmidt in den Blick: „Unser Beschlussvorschlag hat nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun. Wir glauben aber, dass die Kurrende das Potenzial für eine eigenständige Haushaltskonsolidierung hat.“ Das Referat „Kirche, Kultur und Musik“, das die generationsübergreifenden kirchenmusikalischen Aktivitäten in den zahlreichen Wuppertaler Gemeinden koordiniert, unterstützt und vernetzt, müsse, so Federschmidt, in Zukunft mehr Aufmerksamkeit bekommen. Denn: „Der Kirchenkreis ist die Gemeinschaft der Gemeinden im Tal.“

Kurrende und Kantorei: Kirche will nicht mehr zahlen
Foto: Simone Bahrmann

Federschmidts Fazit: Die hohe Unterstützung „eines einzelnen profilierten kirchenmusikalischen Unternehmens können wir im Blick auf den gesamtverantwortlichen Einsatz geringer werdender Ressourcen nicht mehr vertreten“.

(rtr/sts)