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Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal: Von Dingen und Geschichte(n)

Begegnungsstätte Alte Synagoge : Von Dingen und Geschichte(n)

Die Dauerausstellung der Begegnungsstätte Alte Synagoge, die nie von Dauer, sondern stets im Wandel ist, freut sich jetzt über mehrere besondere Neuzugänge.

Da geht es beispielsweise um eine sehr schöne, alte Nähmaschine mit der Aufschrift „S. Zuckermann, Elberfeld“: Die Nähmaschinen-Sammlerin Marina Fink aus Vechta entdeckte das Stück bei eBay, erkannte den geschichtlichen Zusammenhang und nahm Kontakt zur Alten Synagoge auf.

Dort ersteigerte man die Maschine, holte sie aus Ostfriesland ab – und nun steht der frühere Besitz von Samuel Zuckermann, der von 1878 bis 1942 lebte und ein Geschäft für Nähmaschinen und Fahrräder in der Luisenstraße hatte, in der Alten Synagoge.

 Auf dem Gestell ist der Schriftzug „S. Zuckermann, Elberfeld“ zu lesen.
Auf dem Gestell ist der Schriftzug „S. Zuckermann, Elberfeld“ zu lesen. Foto: Wuppertaler Rundschau

Neu in der Reihe alter Dinge, die von Menschen und ihren Geschichten erzählen, sind außerdem das Original-Gesangbuch der Elberfelder Synagogengemeinde von 1910, auf das der Wuppertaler Gesangbuch-Sammler Tobias Schluepner im Netz gestoßen war, eine Reproduktion des Ehrenbürgerbriefes für den Solinger Unternehmer und Sozialförderer Dr. Gustav Coppel sowie zwei Gemälde des jüdischen Künstlers Sigismund Preuß, der 1867 geboren wurde und 1935 angesichts der Nazi-Herrschaft Selbstmord beging.

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Damit nicht genug: Es gibt auch neue Fotos und Dokumente aus dem Nachlass von John R. Wahl (1913 bis 1993), der aus einer alten jüdischen Barmer Familie stammte, als US-Soldat gegen die Nazis kämpfte sowie beispielsweise den Kommandanten des KZ Flossenbürg aufgespürt und verhaftet hat.

Nicht zu vergessen die Druckform einer Werbeanzeige des Kaufhauses „M. Meyer Nachfolger“ aus der Schuchardstraße. Das Kaufhaus gehörte der Familie Simon, deren Nachfahre Dr. Luciano Wolff die Werbeanzeigen-Druckform nun an die Alte Synagoge ausgeliehen hat.