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Ausstellung im Wuppertaler Skulpturenpark: Weg beginnt mit der Idee

Ausstellung im Skulpturenpark : Der Weg beginnt mit der Idee

Die Kunst kämpft sich durch die Pandemie – auf beeindruckende Weise. Nach der Eröffnung der Beuys-Ausstellung vor drei Wochen ist es nun Leunora Salihu, deren Werke im Skulpturenpark gezeigt werden.

„Und dennoch“ – das scheint das Motto zu sein für Tony Cragg, der nicht müde wird, allem Unbill zum Trotz die Kunst hochzuhalten. Und nicht nur das: Im Park wurden über 100 Bäume gepflanzt, nachdem nahezu genauso viele dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen waren. Tony Cragg spricht von einer „grünen Welle“ – und damit endlich mal von einer Welle, inmitten derer so etwas wie Hoffnung aufkeimt.

Nun aber zu Leunora Salihu, die es gewagt hat, ihre Werke im Schatten eines „Großen“ zu präsentieren. Mit Beuys im Nacken wirkt jeder klein? Ach woher! Die Kosovarin spricht selbstbewusst über die Bildhauerei und verrät, welch innige Beziehung sie zu ihren Objekten hat. „Es kommt immer der Moment, in dem die Skulptur etwas von einem will“, beschreibt Salihu den Entstehungsprozess ihrer Keramik-Skulpturen. Sie spricht von einem Weg, der mit der Idee beginnt. Modelle entwirft sie nur selten, stattdessen bringt sie ihre Gedanken aufs Papier. Dort sind sie noch formbar, später bekommen sie ein Eigenleben. Bis zu dem Augenblick, an dem die von allem losgelöste Freiheit des Künstlers endet und das Ringen mit dem Werk beginnt.

Stimmt die Statik? Fügen sich die Materialien harmonisch zueinander? Das sind Fragen, die sich vorab nicht vollends beantworten lassen. Es sehe zwar für den Betrachter so aus, als sei alles vorgeplant. Dem sei aber nicht so, im Gegenteil: Nichts festlegen zu können – das sei das Schöne an der Bildhauerei. Sie selbst schätze den Prozess und das stetige Sich-Einlassen-Müssen auf die Materialien, sagt Leunora Salihu. Keramik und Holz sei das, womit sie diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht habe. Vor allem Keramik sei ein faszinierender Werkstoff, der viele Prozesse durchlaufe.

Für Tony Cragg ist Leunora Salihu keine Unbekannte. Zu Akademiezeiten war sie seine Meisterschülerin, er schätzt unverkennbar ihre Herangehensweise und ihren empfindsamen Umgang mit dem Material. Sie habe sich seither weiterentwickelt – die ausgestellten Werke seien dafür ein unübersehbarer Beweis. Salihu nennt er „einen kreativen Geist und obsessiv in ihrer Arbeit“ – vermutlich die besten Voraussetzungen, um auch in Zukunft von sich reden zu machen.