1. Chronik

Wuppertals Chronik 2019: B wie Billiges am Bahnhof

Wuppertals Chronik 2019 : B wie Billiges am Bahnhof

Viel Kritik gab es im Vorfeld an der „Primark“-Eröffnung am Döppersberg. Mittlerweile hat zumindest das goldene Gebäude mehr als nur einen Preis abgeräumt.

Zum Start am 16. April war dann doch einiges los auf dem Elberfelder Döppersberg. Shoppingwütige Teenager auf der einen Seite, Nachhaltigkeitsaktivisten auf der anderen. Während Teenies um Eröffnungs-Schnäppchen der irischen Modekette konkurrierten (T-Shirts gibt es da schon für vier Euro), appellierte das vorab gegründete Bündnis „Kein Primark am Döppersberg“ an die jüngere Generation, mit mehr Bedacht und mehr Sinn für die Umwelt zu shoppen – oder eben gar nicht zu shoppen.

Erfolgreich waren sie dabei nicht unbedingt: „Primark“ verkauft nach wie vor seine Mode an prominenter Stelle am Döppersberg. Langsam scheint es die Wuppertaler aber nicht mehr ganz so arg zu stören, denn zuletzt rückte das architektonisch auffällige Gebäude in den Fokus. Seit seiner Errichtung heimste es nicht nur einen, nicht nur zwei, sondern ganze drei Preise ein. 2016 gewann das Projekt den „polis Award“ für das beste reaktivierte Zentrum, im Oktober 2019 wurde es mit dem „European Property Award“ in der Kategorie „Beste Einzelhandelsarchitektur in Deutschland“ geehrt. Im November wurde das Gebäude zusammen mit dem neu gestalteten Umfeld Döppersberg, der so genannten „City Plaza“, mit dem „MAPIC-Award“ in der Kategorie „Best Retail City Centre Regeneration“ ausgezeichnet.

So viele Preise für ein Gebäude, das nicht nur wegen seiner Belegung, sondern anfangs auch wegen seines goldenen Erscheinungsbildes viel Wuppertaler Kritik einstecken musste. Aber wir kennen das ja, der Wuppertaler moppert gerne. Und mittlerweile hat sich der goldene Kubus am Döppersberg zumindest bei Fotografen zum beliebten Motiv entwickelt.

(flo)