Gehörlose Malerin bei Grüntal Wuppertal Henrike Feldmeyer: Inklusion als gelebter Arbeitsalltag

Wuppertal · Wie gelungene Inklusion im ersten Arbeitsmarkt konkret aussehen kann, zeigt die Grüntal gGmbH in Wuppertal. Henrike Feldmeyer, gehörlose Auszubildende im Malerteam, hat ihre Gesellenprüfung zur Malerin und Lackiererin erfolgreich bestanden.

Von li.: Simone Kathöfer (Personalleiterin der Grüntal und Inklusionsbeauftragte der GESA Gruppe), Henrike Feldmeyer (Auszubildende der Grüntal), Melanie Hainz (Vorsitzende des Prüfungsausschusses) und Oliver Conyn (Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Wuppertal).

Foto: GESA Beteiligungs gGmbH

Die Ergebnisse wurden den Auszubildenden im Malerhandwerk am 30. Juni 2026 im Beisein von Oliver Conyn (Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Wuppertal) sowie Melanie Hainz (Vorsitzende des Prüfungsausschusses) bekannt gegeben.

Für Henrike Feldmeyer ist der Abschluss ein persönlicher Meilenstein und zugleich ein starkes Beispiel dafür, wie Ausbildung gelingen kann, wenn fachliche Anforderungen, Teamarbeit und passende Unterstützung zusammenkommen. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss wird sie nun bei der Grüntal übernommen.

„Wir freuen uns sehr mit Henrike Feldmeyer über diesen Erfolg. Sie hat gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen eine echte Chance bekommen und wenn man ihnen etwas zutraut“, sagt Simone Kathöfer (Personalleiterin der Grüntal und Inklusionsbeauftragte der GESA Gruppe). „Für uns ist Inklusion keine Sondergeschichte, sondern gelebter Arbeitsalltag. Wir bilden aus, erbringen hochwertige Dienstleistungen für unsere Kundinnen und Kunden und tun das in Teams, in denen Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich zusammenarbeiten.“

Arbeit bedeute mehr als nur ein regelmäßiges Einkommen, findet Grüntal: „Sie ermöglicht Selbstständigkeit, Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe. Zugleich sind Menschen mit Behinderung ein wichtiger Teil des Arbeitsmarktes und ein oftmals noch unterschätztes Potenzial für Unternehmen.“ Allein in Deutschland leben rund 7,9 Millionen Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung. Das entspricht 9,3 Prozent der Bevölkerung.

„Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs, des demografischen Wandels und der Nachwuchssicherung zeigt sich: Inklusion im Arbeitsleben ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch eine wirtschaftliche Chance“, so Grüntal.