Obere Lichtenplatzer Straße Das „Filetstück“ liegt weiter im Dornröschenschlaf

Wuppertal · Warum passiert auf dem 8.000-Quadratmeter-Gelände des früheren Altenheimes an der Oberen Lichtenplatzer Straße, wo (hochwertiger) Wohnungsbau geplant war, seit vier Jahren nichts? Das wollten FDP und WfW in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause wissen. Die Antwort der Verwaltung zeigt: Der Dornröschenschlaf des attraktiven Areals dürfte noch weiter andauern.

Inzwischen verwildert: das Gelände des ehemaligen Altenheims an der Oberen Lichtenplatzer Straße.

Foto: Simone Bahrmann

Zuständig für das Gelände, das 2022 öffentlich ausgeschrieben wurde, ist der städtische Eigenbetrieb APH (Alten- und Pflegeheime) – das Areal gehört zu seinem Sondervermögen. Der APH habe, so die Verwaltungsantwort auf die Fragen von FDP/WfW, „etwa halbjährlich die Situation in der Baubranche und die Markt-Einschätzung reflektiert, um zu einem anzunehmend günstigen Zeitpunkt die Vermarktung rechtzeitig vorbereiten zu können“.

Das Ergebnis im O-Ton: „Die bisherigen Einschätzungen haben aus APH-Sicht bedauerlicherweise keinen Zeitpunkt erkennen lassen, zu dem ein erneuter Vermarktungsversuch hätte vorgenommen werden sollen.“

Das Bild zeigt den Zustand im März 2020.

Foto: Wuppertaler Rundschau/mivi

Zu tun habe das mit „durch die Verwaltung nicht beeinflussbare Entwicklungen in der Weltlage“ – die „erhebliche Auswirkungen auf die Baubranche und Finanzierungsmöglichkeiten für Investor/innen“ nach sich zögen. Konkret wollten FDP und WfW wissen, welche Hemmnisse bestehen. Antwort: schwierige Lage im Bausektor und ein notwendiges (teures und zeitintensives) neues Bauleitplanverfahren mit Änderung des Flächennutzungsplanes, da rein planungsrechtlich am Ort nur ein weiteres Altenheim entstehen dürfte.

Der „Bauturbo“ als neues Instrument, das gerade solche Verfahren beschleunigen soll, sei keine Option, da es für ihn noch keine gesicherte Rechtsprechung gebe. Bei einer „Fehlanwendung“ befürchtet die Stadt hohe Schadensersatzkosten.

Außerdem haben die möglichen Investoren, die es bereits gab, die Stadt-Forderung nach voller Kaufpreiszahlung bei Vertragsabschluss sowie den nötigen städtebaulichen Qualifizierungswettbewerb kritisiert.

Fazit der Verwaltung, deren personelle Unterbesetztheit stark betont wird: „Eine ‚einfache und schnelle’ Lösung bei Beachtung aller Interessenslagen wird hier leider nicht möglich sein.“

Unterdessen hat sich auch der Verein „Haus & Grund Wuppertal und Umgebung“ zu Wort gemeldet – und kritisiert, dass das Grundstück nicht längst vermarktet worden ist. „Haus & Grund“-Vorstandsvorsitzender Hermann Josef Richter: „Leider ist die Antwort der Verwaltung auf die aktuelle Anfrage der FDP/WfW noch erschütternder als die Aussage eines früheren Stadtdirektors, dass man keinen Investor finde, oder das ,Schulterzucken’ von Rat und Verwaltung in den letzten Jahren.“ Richter weiter: „Wie kann es in Zeiten von zunehmender Wohnungsknappheit sein, dass eine zentral gelegene Freifläche nicht vermarktet und entwickelt wird?“