Fußball-OL: Sonntag ab 15 Uhr Liveticker: SSVg. Velbert – Wuppertaler SV

Wuppertal · Eigentlich hätte der Fußball-Oberligist Wuppertaler SV gut gelaunt am Sonntag (16. August 2026) zum Derby bei der SSVg. Velbert (15 Uhr) reisen können. Die Nachricht vom Insolvenzverfahren in Eigenregie trübt die Stimmung nach dem spektakulären Sieg im Pokal gegen Schonnebeck allerdings.

Arian Amyn sorgte im Pokal nach seiner Einwechslung für viel Betrieb.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Dirk Freund

Gegen die Essener hatte das Team von Trainer Tim Schneider trotz Zuschauerausschluss einen 0:3-Rückstand aufgeholt, sich nach dem 3:3-Ausgleich und der roten Karte gegen Eren Albayrak in Unterzahl ins Elfmeterschießen gekämpft und dort nach einer starken Leistung von Torwart Fotios Adamidis mit 7:6 triumphiert.

Das alles ist seit Donnerstagmittag aber in den Hintergrund gerückt. Stattdessen gab der Vorstand mit Lennart Strufe, Ralf Bartsch und Marc Schulz ein Defizit im hohen sechsstelligen Bereich bekannt – und den Gang zum Insolvenzgericht. Das hat Dr. Jens Schmidt zum Sachwalter bestellt. Rechtsanwalt Dr. Marc d’Avoine berät als Generalbevollmächtigter den Vorstand.

Die Verbindlichkeiten – nach Rundschau-Informationen fordern unter anderem die Verwaltungsberufsgenossenschaft, das Finanzamt und die Krankenkassen Gelder – rühren demnach aus der Vergangenheit. Der neue Verwaltungsrat ist erst seit Ende März im Amt, der Vorstand noch später. Erst zu diesem Zeitpunkt habe man Einblick in die Unterlagen gehabt, so Schulz.

Die Saison 2026/27 ist nach Angaben des WSV finanziell gesichert. So seien auch die geplanten zwei weiteren Neuverpflichtungen für die kleinen Kader (17 Spieler plus A-Jugendliche) noch drin. Allerdings drohen Punktabzüge, nachdem das Verfahren eröffnet worden ist – die das Saisonziel, einen Platz im oberen Drittel, deutlich erschweren. Nach Aussagen des Vorstandes, der statt Insolvenz den Begriff „Restrukturierung“ verwendet, ist der Schritt „schmerzhaft“. Er sei mit Blick auf die Zukunft aber „zwingend“ notwendig.

Abzuwarten bleibt nun, wie die Wirtschaft in Wuppertal reagiert. Der WSV hofft allerdings auch auf Unterstützung von den Rängen. Helfen würde ein Sieg in Velbert als Werbung für den Heimauftakt am kommenden Freitag (19.30 Uhr), wenn erneut Schonnebeck ins Stadion am Zoo kommt.

In Velbert muss der WSV derweil erneut auf mehrere gesperrte bzw. verletzte Spieler verzichten. Schiedsrichter ist Thibaut Scheer mit seinen Assistenten Lukas Luthe und Daniel Schierok. Aus Wuppertal werden mehrere hundert Fans erwartet, für die die Gegengerade reserviert ist.