Projekt zur Kreislaufwirtschaft Urban Mining: „Wuppertal könnte großer Vorreiter sein“

Wuppertal / Radevormwald · Die Gewinner des bundesweiten „Urban Mining Student Award 2025/26“ der Bergischen Uni stehen fest: Architekturstudierende aus Wuppertal waren dabei sehr erfolgreich. Es ging um das riesige Gelände der ehemaligen Spinnerei Hardt, Pocorny & Co. in Radevormwald-Dahlhausen, das dem Krefeld-Wuppertaler Immobilien- und Projektentwicklungsunternehmen Renaissance AG gehört.

Eine Vision der (Innenhof-)Zukunft mit unmittelbarer Wuppernähe des Radevormwalder Pocorny-Areals.

Foto: Renaissance AG 

Die Aufgabenstellung der Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen lautete „Stoff.Wechsel:Handwerk.Stadt – Die neue Tuchfabrik“. Gesucht wurden kreative Konzepte für die nachhaltige Umnutzung der größtenteils denkmalgeschützten Fabrikanlage.

Den ersten Preis, der mit 1.500 Euro dotiert ist, sicherten sich Katharina Frescher und Julius Gasper von der Hochschule Trier. Preis Nr. 2 wurde gleichberechtigt gleich zweimal vergeben und mit jeweils 1.000 Euro belohnt: Viktoria Berger und Lukas Dauenheimer von der Bergischen Universität überzeugten mit ihrem Entwurf „Der blaue Faden“, der den historischen Bestand des Firmen-Areals respektvoll weiterentwickelt.

Preisverleihung im Wuppertaler Visiodrom im Gaskessel: Die Gewinnerinnen und Gewinner mit Professorin Annette Hillebrandt und Christian Baierl, Vorstand der Renaissance AG.

Foto: Renaissance AG

Ebenfalls mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurde „Community Bridges“ von Mona Weish und Noah Sattler von der Bergischen Universität. Sie setzten sich mit der örtlichen Höhensituation auseinander. Der dritte Preis mit 500 Euro ging an den Entwurf „Wupperpfad“ von Jan Heinrichs und Valentin Riede von der Bergischen Universität: Hier lobte die Jury die Aktivierung des gesamten Wupperufers.

Damit nicht genug der Ehrungen für Wuppertal: Zusätzlich wurden zwei Anerkennungspreise mit jeweils 300 Euro vergeben. Einmal an Laura Schick und Eric Heinz mit ihrem Entwurf „Zwischen RAUM“ sowie an Lisa Rodewald und Marla Korten mit „Kollektives Quartier“. Alle vier studieren an der Bergischen Universität.

Christian Baierl.

Foto: Renaissance AG

Für die Teilnahme am Award hatten sich bundesweit rund 180 Architektur-Studentinnen und Studenten von insgesamt zehn Architektur-Fakultäten angemeldet. Sponsor des Awards und der Preise ist die Renaissance AG. Sie will in der Ex-Spinnerei neuen (und Wuppertal-nahen) Wohn- und Arbeitsraum schaffen. Christian Baierl, Vorstand der Renaissance AG, ist überzeugt: „Die zukunftsorientierte Entwicklung des Gebäudebestandes spielt eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Entwicklung einer Stadt.“

Und Baierl weiter im Gespräch mit der Rundschau: „Zum 1. Juli tritt ein KfW-Programm mit dem Ziel der Förderung von Umbauten von ehemals gewerblich genutzten Flächen zu Wohnflächen in Kraft. Also: Auch in Berlin ist mittlerweile angekommen, dass die Lösung der Wohnungsnot nicht im Neubau liegt, sondern in der Umnutzung des Bestandes. Hier könnte Wuppertal übrigens der ganz große Vorreiter sein.“