Analysiert wurden mehr als 500 Städte weltweit. Im Fokus standen bei der KI-gestützten Studie nicht nur der prozentuale Anteil an Grünflächen, sondern auch deren Qualität und Zugänglichkeit für die Bevölkerung. Das Ergebnis: Mit einem Grünanteil von rund 61 Prozent erreicht Wuppertal im europäischen Vergleich den Spitzenwert.
Als Antonia Dinnebier von dem Ergebnis der Studie erfuhr, war sie nicht überrascht. Die Landschaftsplanerin beschäftigt sich seit Jahren mit den öffentlichen Gärten dieser Stadt. „Dass Wuppertal so reich an Grün ist, ist historisch geprägt“, erklärt Dinnebier. „Denn die große Besonderheit dieser Stadt ist, dass Bürger früh die Initiative ergriffen, Parks und Wälder rund um das Wuppertal zu gestalten.“
Im Tal blühte die Industrialisierung und auf den Hängen sprießte es in groß angelegten Parks. Sie sollten als Aushängeschild für den unternehmerischen Erfolg sowie zur Naherholung für die Bürgerinnen und Bürger dienen. 1864 entstand der Barmer Verschönerungsverein, sechs Jahre später folgte sein Elberfelder Pendant. Mit den Barmer Anlagen und der Hardt entstanden Grünanlagen, die das Stadtbild Wuppertals bis heute prägen und Generationen von Menschen als Orte der Erholung dienen.
„Wuppertals grüner Trumpf ist historisch gewachsen. Diesen Schatz zu bewahren und zugleich weiterzuentwickeln, ist unsere Aufgabe“, bilanziert die Landschaftsplanerin. In der Bundesgartenschau sieht sie deshalb die große Chance, die grüne Identität der Stadt zu stärken, an ihre Geschichte anzuknüpfen und neue Impulse für die Zukunft zu setzen. Antonia Dinnebier bietet zwei Führungen an.
Sonntag, 5. Juli, 14 Uhr: Die BUGA-Berge – hinauf Richtung Königshöhe
Antonia Dinnebier läuft an diesem Tag vom Gutenbergplatz hinauf Richtung Königshöhe, auf den Kiesberg. Der Weg führt über den Arrenberg, die Milchstraße und den Königshöher Weg und passiert dort den Ehrenfriedhof Elberfeld, dessen gestohlene Gedenktafeln gerade erst erneuert wurden. Auf dem Kiesberg taucht sie ein in die Historie der im späten 19. Jahrhundert angelegten Grünfläche, blickt Richtung Königshöhe und Von-der-Heydt-Turm und führt zurück.
Treffpunkt: 14 Uhr am Gutenbergplatz, Schwebebahnhaltestelle Pestalozzistraße. Anmeldung erforderlich.
Sonntag, 2. August, 14 Uhr: Die BUGA-Berge – hinauf zur Kaiserhöhe
Vom Gutenbergplatz geht es in südlicher Richtung hinauf zur Kaiserhöhe. Für die BUGA 2031 soll eine 850 Meter lange Hängebrücke für Fußgängerinnen und Fußgänger diese Höhe mit der gegenüber liegenden Königshöhe verbinden. Antonia Dinnebier läuft an diesem Tag hinauf zur Kaiserhöhe.
Über die Nützenberger Treppe, die die längste Treppe der Stadt ist, geht es hoch hinauf. Auf der Kaiserhöhe stellt die Stadtführerin die besondere Historie des ersten, im 19. Jahrhundert durch den Elberfelder Verschönerungsverein angelegten Landschaftspark vor. Zurück führt die Tour vorbei am Weyerbuschturm und über Barbarossastraße und Bismarckstraße zurück.
Treffpunkt: 14 Uhr am Gutenbergplatz, Schwebebahnhaltestelle Pestalozzistraße. Anmeldung erforderlich.