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Schaeffler-Aus in Wuppertal trifft die Lebenshilfe hart

Wirtschaft : Schaeffler-Aus in Wuppertal trifft Lebenshilfe hart

Die drohende Schließung des Wuppertaler Werkes der Schaeffler Technologies AG & Co.KG hat gravierende Folgen für die Wuppertaler Lebenshilfe. Das befürchtet Uwe Meyer, Prokurist und Leiter für Technik und Vertrieb.

Die Lebenshilfe beliefert Schaeffler (früher FAG) seit mehr als einem Jahrzehnt mit hochwertigen Transportboxen, in denen Wälzlager in die ganze Welt verschickt werden. „Zu Spitzenzeiten im Jahr 2018 haben wir 66.000 Holzkisten für das Unternehmen produziert“, berichtet Rainer Speker, Werkstattleiter an der Hauptstraße. Für die Herstellung der Boxen steht am Standort in Cronenberg eine Produktionsfläche von mehr als 700 Quadratmetern und mehr als 1.000 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung „Mit Schaeffler fällt unser größter Kunde mit einem Jahresumsatz von über 700.000 Euro weg“, so Meyer.

In der Schreinerei arbeiten 21 Menschen mit Behinderung und acht hauptamtliche Kräfte. Meyer: „Jetzt ist fraglich, wie wir unsere Schreinerei halten können. Unser Betrieb kann nicht nur Apfelsinenkisten, sondern auch hochwertige und komplexe Industrieverpackungen und Boxen produzieren. Das Bedrucken der Boxen (zum Beispiel Firmenlogo) erledigt die Lebenshilfe in ihrer eigenen Druckerei als zusätzlichen Service. Unser Ziel ist es, neue Kunden für den Holzbereich zu gewinnen. Präzision, Stabilität und Einhaltung des Zeitplans/Kanban – was mancher Außenstehende Menschen mit Behinderung nicht zutraut, ist in der Lebenshilfe-Werkstatt durchaus möglich. Denn hier gibt jeder – je nach Fähigkeit und Begabung und mit spezieller Förderung sein Bestes. Während der eine Mitarbeiter das Kreuz der Box mit Filz beklebt, arbeitet der andere mit der Kreissäge oder der CNC Fräse. Schablonen und behindertengerechte Umbauten unterstützen den Arbeitsprozess.“ Man stelle „sozusagen das i-Phone unter den Transportkisten her“, so Meyer.

In der Lieferantenbewertung von Schaeffler erhielt die Lebenshilfe die Bestnote A. Die Lebenshilfe-Werkstatt, zertifiziert nach ISO 9001, ist zudem zertifiziert nach der IPPC Norm: Dieses Internationale Pflanzenschutzübereinkommen soll das Einschleppen von Krankheiten und Schädlingen und zum Beispiel in Holz verhindern.