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Wuppertaler Mountainbiker Jan Schwedler: „Ich bin voll im Eimer“

Top Wuppertal : Mountainbiker Schwedler: „Bin voll im Eimer“

Das Top Magazin schickte Hobby-Mountainbiker Jan Schwedler ins neue „Red Bull Radical“-Rennformat. Eine schlammige Herausforderung im Steinbruch an der Stadtgrenze.

Die drei Kilometer bis zur Dienststelle fährt er mit dem Rad. Jeden Tag, bei Wind und Wetter. Durchtrainiert ist er auch. Jan Schwedler ist Bereitschaftspolizist, da gehört so etwas zum Job. Das „Red Bull Radical“ wurde für ihn dann aber doch zur Herausforderung: Wir haben den Gewinner eines zuvor verlosten Tickets auf der Strecke begleitet. Zusammen mit Markus Grün, dem Instruktor bei der „Wupper Tal+Berg Mountainbike-Fahrtechnikschule“.

Nach dem Dienst ein paar zusätzliche Schleifen durch den Wald und immer wieder mal das Rad geschultert: Jan Schwedler hatte vorher schon ein paar Übungen hinter sich. Los ging‘s dann in der Tiefsohle im Steinbruch der Kalkwerke Oetelshofen, von unten trampelten 480 Biker über 600 Höhenmeter und 16 Hindernisse ins Ziel. Dort angekommen, hatten sie 15 Kilometer in den Knochen. Verschlammte Räder, verschlammte Klamotten – am Ende half nur noch der Wasserschlauch. (Bilder:)

Der österreichische Brausehersteller hatte mit einem völlig neuem Mountainbike-Rennformat für Jedermann in die Grube gelockt, aber schon vor dem Start war klar: Ganz so einfach wird das nicht. Da war das lockere Warmradeln in die Talsohle noch die leichteste Übung und manch einem wird da schon mulmig geworden sein, weil man die Serpentinen dann ja auch wieder hoch muss. Oben angekommen, hing man gleich schon in den Seilen. Mit dem Rad auf dem Rücken über den Schotterberg, da dürften alle schon ordentlich ins Schwitzen gekommen sein. Über Holzsteige, Erdhügel und steile Abfahrten runterbrettern: Puh, für schwache Nerven war das nichts.

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Ach ja, Hindernisse heißen hier übrigens „Obstacles“. Beim „Hyper Pumptrack“ musste man ordentlich in die Pedale treten, um nicht aus der Schräglage herauszurutschen und auf den hölzernen Brettern zu landen. Jan Schwedler nahm dann doch lieber die „sichere“ Linie durch den Matsch und war damit bei weitem nicht der Einzige. Ein paar Meter weiter saß der erste am Wegesrand mit einem „Platten“. Der Ersatzschlauch passte nicht, da flucht man dann aus ganz anderen Gründen.

Ob man es auch mit einem Rad aus dem Baumarkt von unten nach oben schaffen würde? „Wenn die oben einen Container haben, legt man es danach dort rein“, bringt Markus Grün die Sachlage nüchtern auf den Punkt. Allzu viele preiswerte Modelle waren auch nicht zu sehen an diesem gottlob trockenen Wochenende. Dafür umso mehr Hightech-Räder, denen so einiges zugemutet wurde.

„Das ist eben Red Bull. Die machen keinen Volkslauf“, weiß Markus Grün. Gelaufen wurde dann doch hin und wieder, vor allem kurz vor dem Ziel. Da ging so manchem Biker auf den letzten Bergauf-Kilometern die Puste aus.

Damit genau das nicht passiert, hatte Markus Grün unserem Ticket-Gewinner Jan Schwedler schon vorher ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben: Sich mitziehen lassen und das Feld von hinten aufrollen. Bloß nicht vorneweg fahren wollen. „Dann ist man auf den ersten 500 Metern durch“, war vom erfahrenen Instruktor zu hören. Das hat Jan Schwedler dann auch so gemacht und seinen 64 Minuten dauernden „Ritt“ über die Schotterpiste am Ende so kommentiert: „Ich bin voll im Eimer.“

Auf dem Siegertreppchen stand später übrigens der Schweizer Joris Ryf, der sich nach 41 Minuten und 14 Sekunden noch ein Lob entlocken ließ: „Es hat extrem viel Spaß gemacht. So muss Cross Country Mountainbiken sein.“