1. Tiere

Paar aus Wuppertal-Vohinkel päppelt verletzte Fledermäuse auf

Vohwinkel : Retter der Fledermäuse

Vergessen Sie Batman! Und Gotham City! In Wuppertal gibt es ein „Bat-Paar“. In ihrer „Bat-Höhle“ in Vohwinkel setzen sich Sarah und Nico Fellinger für verletzte und hilfsbedürftige Fledermäuse ein. Sie päppeln die Tiere auf, üben mit ihnen das Fliegen und wildern die genesenen Säuger aus.

Dass Sarah Fellinger bei unserem Besuch ein T-Shirt mit dem Batman-Logo trägt, ist kein Zufall. „Ja, ich mag Fledermäuse“, sagt sie schmunzelnd, bittet uns hinein. Dass sie Fan des berühmten Comic-Superhelden Batman, der einen schwarzen, einer Fledermaus ähnelnden Anzug trägt, habe nichts damit zu tun, dass sie und ihr Mann Nico seit nun rund zweieinhalb Jahren pflegebedürftige Fledermäuse aufnehmen und versorgen. „Das hat sich zufällig ergeben. Wir helfen dem NABU immer bei der Sicherung der Kröten während der Amphibienwanderung. In dem Rahmen haben wir erfahren, dass Pflegestellen für Fledermäuse gesucht werden. Und da es in Wuppertal niemanden gibt, der sich um diese Tiere kümmert, haben wir uns gemeldet“, erklärt die promovierende Chemikerin.

Erfahrung im Umgang mit den flugfähigen Säugetieren (neben Vögeln sind sie die einzigen Wirbeltiere, die aktiv fliegen können) hatte das Paar vorher nicht. „Von Fledermaus-Experten haben wir zunächst gelernt und einige Kurse belegt. Zum Beispiel einen Erste-Hilfe-Kurs speziell für Fledermäuse“, sagt Nico. Und wie lebt es sich mit Fledermäusen in der Wohnung? Das „Bat-Paar“ zeigt es uns: Ein Teil des Wohnzimmers ist für die Tiere reserviert. Zurzeit sind zwei Zwergfledermaus-Weibchen zu Gast. Ihre Namen: Arielle und Jasmin. Das Alter: schwierig zu schätzen. Arielle wurde geschwächt in einem Pool treibend gefunden, daher ihr Name in Anlehnung an die Meerjungfrau aus dem gleichnamigen Disney-Film. Jasmin wurde vermutlich von ihrer Mutter verstoßen. Das Abstoßen durch die Elterntiere, Katzen-Attacken und zu wenig auffindbares Futter seien die häufigsten Ursachen dafür, dass Fledermäuse Hilfe brauchen, erklärt Sarah.

Den beiden Fledermaus-Damen, die sich gerade in Pflege befinden, geht es so weit wieder gut. Bald können sie ausgewildert werden. Allerdings müssen sie noch etwas Flugtraining absolvieren. „Sie sind noch unsicher, aber wir üben fleißig mit ihnen“, sagt Nico und zeigt uns, was er damit meint. Der 27-jährige Informatiker öffnet eine Art Netzzelt, das das Paar für die Fledermäuse anschaffte. Im Inneren baumelt eine Konstruktion aus einem Laken, in dem die Tiere „abhängen“. „So, jetzt wird trainiert“ – und schwupps fliegen sie durch die Wohnung. „So stärken sie ihre Muskulatur, bauen Kondition auf, trainieren das Anfliegen und ihre Echo-Ortung.“

All das hört sich nach viel Vergnügen an. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. „Natürlich sind die Fledermäuse süß und es macht Spaß, sie zu versorgen, aber ihre Pflege ist aufwändig und muss mit viel Sorgfalt gemacht werden“, erklärt Sarah und weist darauf hin, dass die Verabreichung von Medikamenten, die richtige Fütterung und das Sauberhalten des Unterschlupfs sehr wichtig sind. „Den verletzten Tieren kann man nicht einfach Schalen mit Wasser oder Futter aufstellen. Viele müssen mit einer Pipette Wasser verabreicht bekommen und mit vorher von uns aufbereiteten Mehlwürmern vorsichtig gefüttert werden.“ Besonders das Aufpäppeln von Babys sei eine Herausforderung. „Die müssen sogar stündlich gefüttert werden, da gibt es für uns dann keine durchgeschlafene Nacht. Und damit sie nicht auskühlen, denn die Kleinen brauchen viel Wärme, tragen wir sie in einem Brustbeutel ganz nah am Körper.“

Diese Zwergfledermaus wird derzeit von dem Paar aufgepäppelt. Foto: Wuppertaler Rundschau/mivi

So bitten die ehrenamtlichen Fledermaus-Schützer jeden, der eine verletzte Fledermaus findet, sich bei ihnen zu melden: „Man kann so viel falsch machen. Wir erklären gerne alles, nehmen das verletzte Tier auf oder unterstützen bei der Suche nach einer anderen Pflegestelle.“

Wer Fledermäusen in seiner Wohnumgebung einen Lebensraum bieten möchte, kann mit dieser Samenmischung dazu beitragen. Foto: Wuppertaler Rundschau/mivi

Eine Sache ist dem Paar noch wichtig: „Alle Fledermäuse sind seltene und nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Tiere. Es ist verboten, sie zu stören und ihre Quartiere zu zerstören. Es gibt Menschen, die sich vor ihnen fürchten oder ekeln. Fledermäuse sind harmlos und nützlich. Sie ernähren sich von Mücken und Faltern und unter anderem schädlichen Käfern, die Pflanzen und Baumbestände zerstören können.“