Demonstration mit „Hambi“-Flair in Wuppertal

Weitere am Sonntag : Demonstration mit „Hambi“-Flair

Bei Anwohnern und Naturschützern regt sich weiter Protest gegen die geplante Haldenerweiterung der Kalkwerke Oetelshofen im Vohwinkeler Osterholz.

Sie hatten es in den sozialen Netzwerken angekündigt: Zum Diskutieren wolle man nicht kommen ins Vohwinkeler Osterholz. Eine meditative Pilgertour ins Grüne durfte man dennoch nicht erwarten bei all denen, die sich im Vorfeld angesagt hatten. Darunter Aktivisten aus dem Hambacher Forst und solche, die eigenen Bekundungen nach Referenzen in Sachen „Baumhausbau“ vorweisen konnten. Die hingen dann auch in Hängematten in den Osterholz-Wipfeln, während 70 Waldspaziergänger auf dem Milchweg vorbeimarschierten.

Nachdem die Wellen wegen der geplanten Haldenerweiterung der Kalkwerke Oetelshofen zwischenzeitlich hochgeschlagen waren, scheinen zumindest die genehmigungsrechtlichen Belange mittlerweile geklärt zu sein. Die Stadtverwaltung hat ihre Stellungnahme zur Abstimmung im Rat bereits formuliert – grundsätzliche Einwände gegen das Vorhaben findet man darin nicht. Allerdings hat man sich darin unter anderem gegen die Aufschüttung des geplanten Lärmschutzwalls entlang des Wanderweges ausgesprochen. Den hatte das Unternehmen auf Anregung der Anwohner in die Planungen aufgenommen.

Die Grünen haben sich dahingehend positioniert, dass man seitens der Kalkwerke zwar nach Alternativlösungen suchen solle, aber ein Unternehmen mit 100 Arbeitsplätzen dennoch nicht gefährdet werden dürfe. Dass das ohne die Haldenerweiterung der Fall sein würde, hatte zuvor Kalkwerke-Chef Moritz Iseke eingeräumt. Mangels Alternativen habe man bereits mit der Innenabkippung auf eigentlich noch abbaubares Gestein beginnen müssen – mit Blick auf die Nachhaltigkeit sei das „Raubbau“ und dazu noch wirtschaftlich unrentabel.

Derweilen hagelte es beim Waldspaziergang weiterhin Protest gegen die auf fünf Hektar geplanten Rodungen. „Wenn die Kalkwerke dafür eine Genehmigung wollen, dann bekommen sie die auch“, wetterte Hans-Martin Bröker gegen vermeintlichen Klüngel und Filz bei den Genehmigungsbehörden. Man solle den Abraum doch einfach in die stillgelegte Grube nebenan kippen, die zu Lhoist Wülfrath gehöre. Dafür könne sich doch die Bezirksregierung starkmachen.

Mit Till Iseke war der Sohn eines der beiden Kalkwerke-Geschäftsführer beim Waldspaziergang dabei – er war zuvor in den sozialen Netzwerken öffentlich angefeindet, des „Greenwashings“ angeklagt und als „Firmentroll“ beschimpft worden. Seine Argumente, dass ein Abtransport des unverwertbaren Gesteins per Lkw mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden wäre, verhallte inmitten des Ärgers derjenigen, die sich um liebgewonnene Wald-Spazierwege gebracht fühlen und den drohenden Verlust der Bäume fürchten. Ein Argument der Naturschützer: Durch deren Rodung würden unter anderem die Uhus mangels Nahrung aus dem Steinbruch vertrieben werden.

Das wiederum sieht Uhu-Experte Detlef Regulski anders: „Wir haben das in der Grube Osterholz lebende Weibchen vor drei Jahren besendert und wissen daher, dass sie nicht im Wald jagt, sondern dafür auch bis nach Vohwinkel über die A46 hinweg fliegt.“

Für Sonntag (7. Juli) haben die Erweiterungs-Gegner einen weiteren Waldspaziergang angekündigt. Er soll um 13 Uhr am Wanderparkplatz Grube 7 starten.

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