„Die Armut in Wuppertal nimmt weiter zu und wir müssen unsere Angebote entsprechend ausrichten“, sagt Peter Vorsteher, Vorsitzender der Wuppertaler Tafel.
Das Sozialmobil, auch bekannt als „Tafel ToGo“, versorgt täglich Menschen in besonders prekären Lebenslagen mit warmen Mahlzeiten und weiteren Lebensmitteln. Ein Nachweis der Bedürftigkeit ist dafür nicht erforderlich. Insgesamt werden an vier Standorten rund 700 Portionen pro Tag ausgegeben, an 365 Tagen im Jahr. Der Zugang zu dem Angebot bleibt dabei bewusst niedrigschwellig.
Künftig hält das Sozialmobil neben dem Wichlinghauser Markt und dem Bahnhof Oberbarmen auch weiterhin am „Café Cosa“ am Döppersberg. Der bisherige Stopp am Barmer Rathaus wird allerdings zugunsten eines neuen Standortes in Vohwinkel aufgegeben. Dort wird das Mobil im kommenden Monat an jedem Abend ab etwa 20 Uhr am Lienhardplatz stehen. Unterstützt wurde dieses Vorhaben unter anderem von Bezirksbürgermeister Andreas Schäfer und Stadtdirektor Matthias Nocke.
Allein im vergangenen Quartal nutzten über 200 Menschen mehr das Angebot der Tafel. Am Hauptstandort in Barmen sind inzwischen mehr als 4.000 Kunden registriert, Tendenz steigend. Gründe seien unter anderem niedrige Renten und stark gestiegene Lebensmittelpreise: Seit 2020 haben sich diese um mehr als 26 Prozent erhöht, so Vorsteher. Gleichzeitig werde es für die Tafel schwieriger, ausreichend Lebensmittel zu erhalten. Supermärkte kalkulierten zunehmend knapper, was weniger Überschüsse für die Weitergabe bedeute.
Neben der neuen Route plant die Wuppertaler Tafel in diesem Jahr auch eine Weihnachtsfeier für obdachlose Menschen. Sie soll am 22. Dezember stattfinden. Unterstützung kommt unter anderem von Sozialdezernentin Annette Berg, dem früheren Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sowie von Sozialamtsleiter Michael Lehnen. Für das kulturelle Programm sorgt die Wuppertaler Kulturmanagerin Martina Steimer.
Rund 170 Ehrenamtliche engagieren sich derzeit bei der Wuppertaler Tafel, allein für das Sozialmobil sind rund 80 Fahrer im Einsatz. Dennoch werde dringend weiterer Nachwuchs benötigt, insbesondere jüngere Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen möchten. „Ohne Ehrenamt geht bei uns gar nichts“, betont Peter Vorsteher. Interessierte können sich direkt an die Tafel wenden.