Respekt ohne große Worte

In der Themenwoche "Gegen das Vergessen" haben sich die 180 Schüler des neunten Jahrgangs der Gesamtschule Barmen mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten auseinandergesetzt. Die Ergebnisse der Themenwoche dokumentierten die Jugendlichen in der Mensa der Gesamtschule in Anwesenheit von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann.

Anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges hatten einzelne Schülergruppen das Vernichtungslager Auschwitz, die Gedenkstätten Breendonk bei Antwerpen, Vught in den Niederlanden sowie Hadamar in Hessen besucht, wo während der Nazi-Diktatur Euthanasie, also die Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten, praktiziert wurde. In der Wuppertaler Begegnungsstätte Alte Synagoge und der Bergischen Synagoge dagegen stand das jüdische Leben vor und nach dem Krieg in Wuppertal im Mittelpunkt.

Die Präsentation der sehr persönlichen Darstellungen der jungen Menschen beeindruckte die Ministerin sichtlich: "Ich möchte hier keine großen Worte sprechen. Ich habe großen Respekt vor der Art, wie ihr die menschenverachtenden sadistischen Gräueltaten der NS-Zeit dokumentiert habt". Für die Schulbibliothek hatte die Landespolitikerin ein Buch über das Warschauer Ghetto als Geschenk dabei.

Zwei Wochen vor ihrem Besuch an der Adlerbrücke hatte Sylvia Löhrmann zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel die Gesamtschule Barmen mit dem Preis "Deutschlands beste Schule" ausgezeichnet. Die Hälfte der 1.361 Schüler wächst mit nur einem Elternteil auf — ein Drittel der Kinder hat ausländische Wurzeln.