Blinde Zerstörungswut

Der Ronsdorfer Verschönerungsverein sucht stets nach zusätzlichen Einnahmen, um weiterhin die Pflege der Ronsdorfer Anlagen leisten zu können.

Zwar sichern gegenwärtig 671 Mitglieder den Bestand des Vereins, und Spenden und Verkaufserlöse aus Kaminholz trugen 2014 zu einer positiven Bilanz bei, aber die Nebenkosten steigen. Exkursionen, wie 2014 zum Siebengebirgsverein, und Bewirtungen am Kaiserplatz verbessern demgegenüber die Einnahmeseite.

Bewirtet wird seit Jahren für das Soziale Hilfswerk (Christel Windgaßen: "Wir genießen alljährlich ein paar schöne Stunden."), in diesem Jahr auch eine Gruppe nach einer Wanderung zur Rhododendronblüte und dem ersten, gut besuchten Waldgottesdienst. Vorsitzender Bernd Drache: "Ich wurde mehrmals darauf angesprochen, eine neue Tradition zu begründen." Führungen mit Förster Jan H. Frieg treffen stets auf großes Interesse.

Zwar präsentieren sich die Ronsdorfer Anlagen durch großes persönliches Engagement von Günther Pukall, der seit 2011 wöchentlich 20 Stunden arbeitet, als schöner Waldpark, doch sorgen Unbekannte immer wieder für Verdruss. Bänke und Spielgeräte aus dem Waldspielplatz wurden zerstört, die Schutzhütte in der Nähe der Erbschlöer Straße angezündet. Bernd Drache wundert sich, dass die Nachbarn den Lärm nicht hörten. 2014 hat die Instandhaltung des Spielplatzes 10.000 Euro gekostet. Einige Geräte werden gegenwärtig kostengünstig repariert.

2014 hat man den Wegebau fortgesetzt und einige Bäume entlang der Straße Friedenshort aus Sicherheitsgründen gefällt. Unfreiwillig wurden Bäume nahe dem Neubaugebiet an der Erbschlöer Straße gefällt (die Rundschau berichtete). Der RVV-Vorstand lehnt die Ausweisung eines Reitweges nördlich der Parkstraße Richtung Erbschlö ab, weil es keine behördliche Genehmigung geben würde und der Bereich außerhalb des Reitwegenetzes liegen würde. Das Reiten durch die Ronsdorfer Anlagen ist verboten.

In eine teilweise Wiederherstellung des "Westfalenblicks" kann der RVV kein Geld investieren. "Aber wir mähen den Platz zweimal jährlich, damit er nicht zuwächst," erklärt Drache. Zum 145-jährigen Bestehen bekam der Verein einen Kräutergarten geschenkt. Nachdem Ralf Hüttemann aus beruflichen Gründen nicht mehr als Schatzmeister kandidierte, wählten die Mitglieder Reiner Kuhn einstimmig zum Nachfolger. Die Website des Vereins wurde neu gestaltet.