Früher die "Mottenburg"

Früher die "Mottenburg"

Einst lag die 1901 vom Bergischen Verein für Gemeinwohl erbaute Ronsdorfer Lungenheilstätte quasi hinter den Bergen. Abgeschottet von einem Zaun und mit eigener Nahrungsmittelerzeugung wurde versucht, Tuberkulosepatienten zu heilen.

Noch bevor Konrad Röntgen im nahen Lennep seine berühmte Entdeckung machte und 1911 ein Röntgenapparat angeschafft wurde, war von "Mottenfraß", wie Tuberkulose genannt wurde, die Rede. Daher auch die Redewendung: "Ich glaub', du kriegst die Motten!"

An Stelle der "Mottenklinik" befindet sich heute ein Parkplatz und dahinter entstand 1975 ein Sanatorium der LVA Rheinprovinz. 2003 übernahm die Fresenius-Tochter Wittgensteiner Kliniken das Haus im Saalscheid, errichtete ein neues Bettenhaus und wurde 2005 in den Helios-Verbund integriert. Vom Know-how dieses Krankenhaus-Riesen profitiert nach Überzeugung von Dirk Rottwinkel auch die Klinik Bergisch Land. Rottwinkel hat als Geschäftsführer die Nachfolge von Manfred Roth angetreten.

Trotz des hohen Kostendrucks sieht er die Klinik im Saalscheid gut aufgestellt. Helios muss mit den Tagessätzen auskommen, die mit Rentenversicherungsträgern und Krankenkassen ausgehandelt wurden. Das ist vor allem dann schwierig, wenn sich Rahmenbedingungen ändern oder Investitionen notwendig sind. Die Haustechnik ist über 40 Jahre alt.

Voller Stolz berichtet Chefarzt Dr. Martin Raida, dass in seinen mehr als sieben Wuppertaler Jahren die Belegungsquote von 59 auf 98 Prozent gestiegen sei. Es gibt 206 stationäre und 30 teilstationäre, ambulante Betten. Um die Patienten kümmern sich 140 Mitarbeiter, darunter zwölf Ärzte. "Mehr ist fast nicht zu leisten", so Rottwinkel. 75.000 Pflegetage und 300.000 Behandlungsstunden pro Jahr sind eine stolze Bilanz.

Raida blickt voller Sorge auf Raucher: Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs, weil sie inzwischen genauso viel rauchen wie Männer und viele immer früher angefangen haben. Auch das Älterwerden und im Alter auftretender Krebs beunruhigen die Beobachter: "Vor allem," so Rottwinkel, "weil die Tagessätze nicht mitwachsen.