Nachbarschaftsheim Ehrenamtspreis NRW für den Kinderlesewagen

Wuppertal · Im Rahmen einer festlichen Gala in Duisburg ist das Wuppertaler Nachbarschaftsheim am Platz der Republik für seinen Kinderlesewagen mit dem Ehrenamtspreis NRW des Verbandes „Engagierte Zivilgesellschaft“ ausgezeichnet worden. Das Leseförderangebot belegte den ersten Platz in der Kategorie Bildung.

Die Vorstellung des Kinderlesewagens

Die Vorstellung des Kinderlesewagens

Foto: VEZ

Wuppertals Bürgermeister Heiner Fragemann überreichte in Duisburg den Engagierten die Auszeichnung. Oberbürgermeister Schneidewind betonte in seinem Grußwort, dass der Lesewagen, der auf dem Spielplatz steht, mit seinem spielerischen Heranführen an das Lesen in Anbetracht abnehmender Lesekompetenzen von Kindern wie kein anderes Angebot in diese Zeit und ihre Herausforderungen passe.

 Die Lesepatinnen Waltraud Schröder, Sigrid Vollaard und Brigitte Inkeller (von li.) mit Bürgermeister Heiner Fragemann.

Die Lesepatinnen Waltraud Schröder, Sigrid Vollaard und Brigitte Inkeller (von li.) mit Bürgermeister Heiner Fragemann.

Foto: VEZ

„Studien belegen wiederholt, dass Schulen den Leseförderbedarfen der Kinder nicht gerecht werden können. Somit ist es unerlässlich, dass Kinder Lesechancen außerhalb vom Lernort Schule bekommen“, so Projektleiterin Manuela Salem. „Unser Holzschäferwagen voller toller Bücher steht auf dem Spielplatz – dort wo die Kinder sowieso und gerne sind. In ihrer Freizeit entscheiden sich die Kinder Freizeit eigeninitiativ dafür, den Lesewagen zu besuchen und gemeinsam mit ehrenamtlichen Lesepatinnen und -paten ein spannendes Buch zu entdecken. Und das ist in der Welt eines Kindes ein wichtiger Schritt in Richtung Lesemotivation und -kompetenz.“

Vor allem hofft das Nachbarschaftsheim auch Kinder zu erreichen, denen zu Hause nicht vorgelesen wird oder deren Familie eine andere Muttersprache als Deutsch spricht.

Der Lesewagen wurde 2021 durch die Stadt Wuppertal im Programm „Gemeinsam im Quartier“ ermöglicht, seitdem hat das Nachbarschaftsheim als gemeinnütziger Verein keine weitere Förderung für das Angebot. „Wir sind auf Spenden angewiesen, um laufende Kosten zu decken“, erklärt Geschäftsführerin Gabi Kamp. „Und dass sich die Türen des Lesewagens täglich für die Kinder öffnen, verdanken wir allein einem hochengagierten Team ehrenamtlicher Lesepatinnen und -paten. Wir freuen uns sehr über weitere Engagierte, um dieses wichtige Leseförderangebot im Sinne von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit weiter auszubauen!“