Empfang: Zwei auf einen Streich

Bürgerverein und Förderverein feierten gemeinsam in der neuen Sporthalle der Gesamtschule Heinrich-Böll-Straße — mit ganz besonderem "Schuhwerk" und nachdenklichen Momenten.

Eine Kleiderordnung gibt es in der Regel bei Neujahrsempfängen nicht. Dass es zumindest im Bereich der Füße beim Bürgerverein Langerfeld anders aussah, lag am Ort der Veranstaltung. Die noch brandneue Dreifachsporthalle der Gesamtschule an der Heinrich-Böll-Straße ließ keine andere Möglichkeit zu, als selbst den Oberbürgermeister mit blauen "OP-Überziehern" eintreten zu lassen, die ihm laut eigener Aussage das Gefühl vermittelten, er trüge "Schuhgröße 52".

Jedoch nahmen alle Besucher diese Auflage gelassen hin und genossen den abwechslungsreichen Vormittag, der sowohl sehr schöne Momente wie die Auftritte der Schul-Band als auch sehr nachdenkliche Augenblicke umfasste. Oberbürgermeister Peter Jung ließ keinen Zweifel daran aufkommen, wie sehr er Rassismus und daraus resultierende Gewalttaten verurteilt. "Eine solche Gesellschaft möchte ich nicht haben, und ich bin stolz darauf, dass es in Wuppertal anders ist."

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Was in Wuppertal anders ist, kann aktuell jetzt Schulleiter Rainer Dahlhaus noch einmal nachlesen. Als Dank für die Gastfreundschaft in der Sporthalle überreichte ihm Bürgervereins-Chefin Margret Hahn das vom Bergischen Geschichtsverein herausgebrachte Buch "Erklär mir mal Wuppertal" und bemerkte dazu, dass sich die Kinder in der Gesamtschule "tatsächlich" noch mit dem, was man früher Heimatkunde nannte, beschäftigen. Dass Margret Hahn an der Schule Gastspiele gibt und die Schüler durch den Stadtteil führt, trägt viel zum Verständnis der Jahrhunderte alten Geschichte Langerfelds bei.

Nicht zuletzt stand die Verleihung der "Goldenen Spule" auf dem Programm — eine Auszeichnung für Institutionen oder Menschen, die sich um Langerfeld verdient gemacht haben. Der Förderverein der Gesamtschule Langerfeld begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Ohne seine Mitwirkung wären viele Aktivitäten an der Schule nicht möglich, und der Verein sorgt mit Mitgliedsbeiträgen und Einnahmen aus schulischen Veranstaltungen dafür, dass kein Schüler von der Teilnahme an Veranstaltungen, Ausflügen oder Klassenfahrten ausgeschlossen wird.

Den Dank dafür sprach Margret Hahn einer Frau aus, die seit beinahe einem Vierteljahrhundert sehr engagiert mitwirkt und eigentlich gar nicht so gern im Rampenlicht steht. Aber da musste Heidi Vollmer durch — der aktuelle Vorstand Michael Hagling, der zuvor die Tätigkeit des Fördervereins noch einmal umriss, stand ihr dabei zur Seite. Und weil die "Goldene Spule" ja nicht allzu groß ist, konnte man sie nach dem Ende des offiziellen Teils in der Tasche unterbringen und sich am Büffet vergnügen.

Da gab es noch viele Begegnungen und Gespräche, denn einen Vorteil hat die östliche Seite der Stadt: Man kennt sich — und das ist immer von Vorteil. (kis)

(Rundschau Verlagsgesellschaft)