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Wuppertaler Gesamtschule Langerfeld ist „einFach nachhaltig“​

Großes Engagement : Gesamtschule Langerfeld ist „einFach nachhaltig“

Alles für die Tonne? An der Gesamtschule Langerfeld leben Lehrer- und Schülerschaft eine Vision von einer guten Zukunft. Zu Besuch an einer Schule, die Hoffnung macht.

Heute Vormittag sind sie alle an einen Tisch gekommen, um zu erzählen. Wie der Gedanke für mehr Nachhaltigkeit ihren gemeinsamen Alltag verändert hat. Der Schulleiter, Schüler verschiedener Jahrgänge, Lehrer. „Ja, wir versuchen es wirklich zu leben“, sagt Brunelle Kibanza (15). Und der Direktor nickt zustimmend.

Wer Nachhaltigkeit für eine Phrase hält und beim Blick in die Zukunft während einer drohenden globalen Klimakatastrophe die Schultern ratlos hochzieht, der sollte nach Langerfeld fahren. An der Schule, an der täglich fast 1.350 Schüler ein und aus gehen, wird der gesamte Alltag durchleuchtet. Und das fest integriert in den Unterricht: Den 5. und 6. Klassen begegnet Nachhaltigkeit in Arbeitsgemeinschaften, wie der AG Schulgarten oder der AG Faszination Umwelt. Und ab dem Wahlpflichtbereich II können Interessierte von Klasse 8 bis 10 das Fach „einFach nachhaltig!“ fest auf ihren Stundenplan wählen.

In welchem Zusammenhang stehen Ökologie, Ökonomie und Soziales? Und welche Macht hat der Einzelne in dieser globalisierten Welt? „Ich muss sagen, ich war am Anfang wirklich keine Heilige“, sagt Annika Preßel, die das „einFach nachhaltig!“ einmal die Woche unterrichtet. „Aber mit den Schülerinnen und Schülern habe ich mich zusammen auf eine Reise begeben. Und die ist beachtlich.“

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Mit ihrem umfassenden Angebot vermittelt die Gesamtschule Langerfeld ein Wissen und vor allem eine Haltung, die bis in die Familien ausstrahlt. „Second-Hand-Klamotten und Plastik-Minimierung, Fleischkonsum und der Wert von Bio-Lebensmitteln. Alles, was wir in der Schule erfahren, versuchen wir zuhause auch, so gut es geht, zu leben und mit unseren Eltern gemeinsam umzusetzen“, sagt Schülerin Kaileena Brunheim (15). Und auch der Schulalltag ist von dieser Überzeugung geprägt – im Kleinen, wie bei der Mülltrennung, so wie im Großen.

Als großartig ist zum Beispiel die nachgespielte Klimakonferenz allen Beteiligten in Erinnerung geblieben, bei der 55 Schüler über einen Tag die großen Fragen unserer Zeit debattierten. Unterricht, AGs, Aktionstage. Wie hat dieses herausragende Engagement aber eigentlich angefangen? „Mit Herrn Fischer und weiteren engagierten Kolleginnen und Kollegen wie Frau Preßel, Frau Fohlmeister und vielen mehr“, sagt Schulleiter Claus Baermann. „Als Herr Fischer kam, kam auch der Klimaschutz.“

Und dann spricht der, der sie alle an diesem Vormittag an einen Tisch geholt hat. Seit neun Jahren ist Sebastian Fischer an der Gesamtschule tätig. „Das Thema Nachhaltigkeit hat mich privat schon bewegt und ich habe es gerne mit in meine Arbeit getragen“, sagt der Koordinator für Bildung für eine nachhaltige Entwicklung schlicht. „Ich bin richtig froh, dass mein Interesse hier zu einem langsam größer werdenden Lauffeuer werden konnte.“

Nach zwei Stunden Gespräch verlässt die Runde den Tisch im Lehrerzimmer. Jeder geht in seine Klasse, auf den Schulhof, an die Unterrichtsvorbereitung. „Ich bin beeindruckt“, sagt der Schulleiter noch. „Weil wir das ja so selbstverständlich machen. Aber das alles noch einmal zu hören, was aus dem Engagement eines Einzelnen wachsen kann, das macht mir auch nach sehr vielen Berufsjahren eine echte Gänsehaut.“