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Breite Burschen wollen um ihre „Heimat kämpfen“

Standort der siebten Gesamtschule : Breite Burschen wollen um ihre „Heimat kämpfen“

Zu den ersten Planungen der Stadt und dem Bericht des Gebäudemanagements für den Bau der siebten Gesamtschule an der Badischen Straße nimmt der Vorstand des SC Breite Burschen Barmen Stellung.

„▶ 1. Wir bedanken uns für die frühzeitige und persönliche Unterrichtung durch die Stadt, mit der wir in den letzten Jahren – insbesondere mit dem Stadtbetrieb Sport und Bäder – sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben.

▶ 2. Eine Umsetzung der Überlegungen zum Bau der Gesamtschule an der Badischen Straße würde unseren Verein in seinem Bestand gefährden. Die Sportanlage Rauental ist in den letzten Jahren zu einem der schönsten Sportplätze der Stadt geworden, in der sich nicht nur die über 600 Mitglieder des Vereins, sondern auch unsere Gäste aus den anderen Vereinen sehr wohl fühlen. Die Anstrengungen der Vereinsmitglieder in der Vergangenheit würden durch eine Umsetzung der Pläne zum großen Teil zunichtegemacht. Es ist für uns kaum denkbar, wie der Bau einer Gesamtschule möglich sein könnte, ohne die Heimat des Vereins stark zu beschädigen, wenn nicht gar zu zerstören. Es gibt sogar Befürchtungen, dass eine solche Maßnahme zum Verlust der Identität des Vereins führt und als Folge zur Vereinsauflösung zwingt. Aus diesem Grund lehnt der Verein diesen Plan der Verwaltung ab.

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▶ 3. Zu der Drucksache VO/0331/20 ist anzumerken, dass sie aus unserer Sicht lückenhaft und teilweise widersprüchlich ist. Im Einzelnen sei folgendes ausgeführt:

- Bei der Aufzählung der Nachteile der Badischen Straße wird einerseits darauf hingewiesen, dass die Kleingartenanlage bestehen bleiben solle, während auf der Anlage mit dem Plan im Bereich der Kleingärten handschriftlich ,Schulhof‘ eingezeichnet worden ist. Dies ist offensichtlich widersprüchlich.

- Die Kleingartenanlage soll deswegen bestehen bleiben, weil diese ,erst vor 19 Jahren‘ unter hohem Kostenaufwand komplett neu entstanden sei und in die ,der Verein erhebliche Eigenmittel investiert ha‘, Demgegenüber fehlt in dem Bericht jedes Wort zu den Eigenleistungen der Breiten Burschen hinsichtlich des Außengeländes der Sportanlage innerhalb der letzten fünf Jahre.

- Es sollte an dieser Stelle des Berichts eigentlich auch darauf hingewiesen werden, dass sich auf dem Gebiet, das bebaut werden soll, eine ausrangierte Schwebebahn befindet, die im Eigentum unseres Vereins steht und der Sportanlage ein Alleinstellungsmerkmal nicht nur für Wuppertal, sondern weit darüber hinaus beschert hat. Dazu findet sich aber leider kein Wort.

- Ebenso wenig findet sich im Bericht der Umstand, dass derzeit auf der Sportanlage eine bauliche Erweiterung des Sportplatzhauses stattfindet, die auf einer Vereinbarung vom 6. Dezember 2019 basiert und einen städtischen Zuschuss in Höhe von 240.000 Euro beinhaltet. Es muss nicht näher ausgeführt werden, dass die Stadt diesen Betrag förmlich ,durch den Schornstein jagt‘, wenn sie das Sportplatzhaus in ein paar Jahren für den Bau der Gesamtschule opfert.

- Die andere Seite derselben Medaille ist der Eigenanteil unseres Vereins für diesen Neubau in Höhe von 257.000 Euro. Die Arbeit der Vereinsmitglieder und das Investieren des Vereinsvermögens auf der Grundlage, dass der Bau für die nächsten Jahrzehnte das Vereinsleben fördert, wäre bei einem Bau der Schule ,für die Katz‘.

- Dasselbe gilt für die finanziellen Aufwendungen, die für den Schwebebahnwagen geleistet wurden.

- Schließlich sollte in dem Bericht nicht unterschlagen werden, dass in dem genannten Vertrag zwischen der Stadt und dem Verein ein Nutzungsrecht über 30 Jahre bis zum 30. November 2049 vereinbart worden ist. Ein Abriss des Gebäudes durch einen Bau der Schule würde dies zunichtemachen.

▶ 4. Fügte man diese Punkte dem Bericht als ,Nachteile der Badischen Straße‘ hinzu, so ergibt sich ein anderes Bild, als dies im Fazit ausgeführt wird – vor allem im Vergleich zum Standort Spitzenstraße:

- In der Badischen Straße würde für den Bau der Schule eine Kleingartenanlage weichen müssen, ein Fitness-Center (und ggf. auch eine Soccerhalle) müsste abgerissen werden, eine Sportanlage würde massiv beeinträchtigt und das Vereinsleben schwer beschädigt. Dies wären sichere Folgen einer solchen Entscheidung.

- In der Spitzenstraße gibt es hingegen keine entsprechenden Folgen für Vereine, Bürger oder Unternehmen, da das Grundstück frei ist. Als Nachteile wird im Bericht ausgeführt, dass Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen wären, die Entfernung zur Gesamtschule Langerfeld zu gering sei und die „Insellage“ eine Öffnung zum Stadtteil erschwere. Diese Argumente sind aus Sicht unseres Vereins weit weniger überzeugend und die Folgen weit weniger einschneidend. Außerdem würde die Realisierung der geplante Langerfelder Trasse dafür sorgen, dass auch Schüler aus dem Bereich Heckinghausen leicht zur Spitzenstraße kommen könnten, was wiederum die ,Abschottung’ weniger schlimm machen würde.

▶ 5. Aus Sicht der Breiten Burschen darf schließlich der letzte Punkt, der im Bericht gegen die Nutzung der Spitzenstraße spricht, nämlich die mögliche Nutzung dieses Grundstücks als Gewerbefläche, nicht dazu führen, so massiv in Belange einzugreifen, die für die Freizeitgestaltung sehr vieler Wuppertaler von großer Bedeutung sind, sei es beim Fußballspielen im Verein, beim Sporttreiben im Fitnesscenter oder aber beim Entspannen und Gärtnern in einer Kleingartenanlage. Hier sollte das finanzielle Interesse hinter dem Bürgerinteresse hintenanstehen, vor allem wenn durch die Hanglage an der Badischen Straße schon im Bericht von einem ,finanziellen Mehraufwand zu Lasten der Stadt‘ die Rede ist.

▶ 6. Für uns ist es zum jetzigen Zeitpunkt am wichtigsten, dass die Entscheidungsträger erst einmal sämtliche Umstände zur Kenntnis nehmen, die als Grundlage für eine spätere Entscheidung dienen. Das ist bislang nicht geschehen, so dass die bisher in der Presse erfolgten Statements einiger Parteien als voreilig angesehen werden müssen. Aus diesem Grund laden wir hiermit alle Ratsfraktion kurzfristig auf das Gelände ein, um sich ein eigenes Bild der Lage zu machen.

Der Verein wird in jedem Fall um den Erhalt seiner sportlichen und ideellen Heimat kämpfen.“