Stadttor oder Wahrzeichen?

Soeben wurde eine neue Initiative gestartet, den Heckinghauser Gaskessel aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken und das Umfeld für Bürger zu erschließen.

Nachdem 1945 der Glockengasbehälter durch einen Bombenangriff zerstört wurde, ging 1952 der neue Scheibengasbehälter in Betrieb, der 1997 aus betriebswirtschaftlichen Gründen vom Netz genommen wurde. In den damaligen OB-Wahlkampf zwischen Hans Kremendahl (SPD) und Hermann Josef Richter (CDU) platzte der Denkmalschutz für den Kessel, der große Pläne für ein bis an die Wupper heranreichendes Wohngebiet beendete. Wer will schon im Schatten eines 67 Meter hohen Kolosses wohnen?

Eingekeilt zwischen "Butan", "Oxtor" und Feuerwache fristet der den Stadtwerken gehörende leere Turm mit geringer Freifläche seit 17 Jahren ein Schattendasein. Das Heckinghauser Bürgerforum jetzt veranstaltete eine Info- und Diskussionsabend zum Thema "Zukunft des Gaskessels". Die WSW (Judith Birkenbach: "Wir sind für realistische Ideen und ein tragfähiges, nachhaltig finanzierbares Konzept offen") wollen verkaufen, doch alle bisherigen Interessenten scheiterten am Finanzrisiko. Die nötigen Investitionen erreichen einen zweistelligen Millionenbetrag.

Zwar ist der Gasometer eine selbsttragende, nicht tragfähige Metallhülle, doch müsste ein Innenausbau Hochhaus-Vorschriften erfüllen und im Fall einer Fundamentierung würden die Altlasten zum sehr teuren Problem... Einzig die Versiegelung der Innen- und Außenfläche scheint kostengünstig.

Da setzen die Pläne der Stadt im Rahmen des Förderprojektes "Soziale Stadt Heckinghausen" an: Am Fuß des Gaskessels könnte ein Stadtteilzentrum erweitert und die Fläche zu begrünt werden. Eine weitere Vision ist ein Aufzug aufs Dach des Gasometers, wo weite Sicht über die Stadt lockt.

Der Abriss des Industriedenkmals ist kein aktuelles Thema. Eine Online-Umfrage der Rundschau und die Bürgerforum-Diskussion machten deutlich, dass die Mehrheit der Bürger und Amtsträger den Erhalt wünscht und den Abriss als letzte Möglichkeit sieht. Eine Lichtinstallation könnte Heckinghausens Wahrzeichen zum Leuchtturm für Wuppertal machen. Auf ein dezentrales Verkehrs- und Mobilitätsforum hoffen Hans Joachim de Bruyn-Ouboter und sein "Bergischer Ring".

Fest steht jedenfalls: Eine städtische Machbarkeitsstudie soll jetzt verschiedene Möglichkeiten konkret ausloten.