Unendliche Geschichte

Die Sitzungen von Bezirksvertretungen verlaufen in der Regel eher unspektakulär. Die in Cronenberg machen da keine Ausnahme — außer die aktuelle. Viele Anwohner der Rather Straße und ausgemachte Wanderfreunde hofften auf eine Lösung in der Causa "Wanderweg Rather Straße" (Rundschau berichtete).

Aber vergebens, eine Lösung ist nicht in Sicht. Daran konnte auch der Einsatz der Unteren Landschaftsbehörde nichts ändern.

Streng genommen ist die Zuwegung ins Kaltenbachtal nicht verschwunden. Lediglich die Zugänge sind dicht. Geschlossen von den neuen Besitzern der Grundstücke, über die die Pfade in den nahe gelegenen Wald führen. "Der Oberbürgermeister hat mich persönlich beauftragt, um nach einer Lösung zu suchen", erklärt Dirk Mücher von der Unteren Landschaftsbehörde bei der BV-Sitzung. "Es befinden sich hinter den Grundstücken von der Hausnummer 8 bis hinunter zur so genannten Fliegerwiese drei Pfade. Aber nur für einen Weg, den hinter der Nummer 8, gibt es eine eingetragene Wegeparzelle."

Doch der Zugang ist durch eine Aufschüttung unpassierbar, vielleicht sogar mit Altlasten im Boden. Wanderfreunde nutzten immer eine parallele Zuwegung. Mit dem Verkauf und der folgenden Bebauung dieses Grundstücks wurde auch sie erschwert. "Einzig der Pfad über die Fliegerwiese kann noch genutzt werden, auch wenn es kein eingetragener Wanderweg ist. Aber die Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, stimmen einer öffentlichen Nutzung zu. Zumindest solange sich die Belastung im Rahmen hält", so Mücher.
Eine Sicherung der Wegeparzelle für den Weg hinter Hausnummer 8 hält er somit für unnötig, weil schwierig: "Wenn die Stadt die Übertragung des Wegerechts beantragt, dann müssen alle Anwohner angehört werden und die Kosten, wenn die Stadt denn den Zuschlag erhält, belaufen sich dann im fünfstelligen Bereich." Allerdings erregte die Notlösung über die Fliegerwiese die Gemüter: Nicht nur unter den Anwohnern und Wanderfreunden.

BV-Mitglied Günter Groß (CDU) ging Mücher dabei ungewohnt scharf an. Eine Übertragung des Wegerechts sieht Groß als zwingend erforderlich. Grund für sein temperamentvolles Einwirken könnte auch sein, dass bei früheren Diskussionsrunden bereits ein Antrag auf Übertragung des Wegerechts auf den Weg gebracht werden sollte. Das bestätigt auch Bernhard Hagena von der Bürgerinitiative Rather Straße: "Bereits am 15. Juli hat ein Mitglied der CDU-Fraktion fernmündlich mitgeteilt, dass die Stadt Wuppertal beim Land NRW beantrage, den besagten östlichen Wanderweg in das Eigentum der Stadt Wuppertal überschreiben zu lassen." Davon war auf der Sitzung der Bezirksvertretung keine Rede mehr. Die Bürgerinitiative wirft der Verwaltung zudem mangelndes Interesse am Erhalt des Wanderwegs vor.

Mehr noch: "Die Verwaltung hat vor dem Verkauf der Pferdewiese versäumt, ein Wegerecht eintragen zu lassen", so Hagena. Umso mehr begrüßt er den Prüfauftrag, den die BV nun an die Verwaltung gestellt hat. Darin soll geklärt werden, ob und wie die Wanderwegparzelle für die Allgemeinheit gesichert werden kann. Dabei sollen auch die Kosten, vor allem für die Entsorgung möglicher Altlasten, genauer beziffert werden. Fortsetzung folgt...