Lebenshilfe: "Wir sind konkurrenzfähig"

Lebenshilfe: "Wir sind konkurrenzfähig"

Beim "Tag der offenen Tür" der Lebenshilfe Wuppertal warfen die zahlreichen Besucher einen überaus aufschlussreichen Blick in die beiden Werkstätten an der Heidestraße und an der Hauptstraße.

Der Umfang und die Art der Arbeiten konnten überraschen. Kamen einige Besucher doch mit der irrigen Vorstellung, Menschen mit Handicaps könnten lediglich einfache Sortierarbeiten verrichten, so wurden diese eines Besseren belehrt.

Vor allem die Arbeitsabläufe in der Druckerei veränderte die Sichtweise nachhaltig. Besonders die Bedruckung von Kunststoffbechern, wie sie auf Volksfesten und Festivals genutzt werden, weist diffizile Arbeitsschritte auf.

Mehrere Tausend Becher können die Werkstattmitarbeiter in der Heidestraße fertigen — auch für namhafte Firmen. "Außerdem werden die Becher hier im herkömmlichen Sinne bedruckt", erklärt Abteilungsleiter Dirk Reimann und hält einen Becher mit der Aufschrift "König Pilsener" hoch. Dass es diese Firma ist, freut den bekennenden HSV-Fan gerade sehr. Schließlich wird das Getränk im Stadion vertrieben, somit hält er "sein" Produkt bei jedem Heimspiel in Händen. Er kann sich über die Gewissenhaftigkeit seiner Mitarbeiter und die hohe Qualität der Druckerzeugnisse freuen.

Das in der Heidestraße angewandte Thermo-Druckverfahren ist noch relativ neu, und die Maschine ist ein Prototyp gewesen. "Daher durfte sie bis vor Kurzem auch nicht fotografiert werden", sagt Dirk Reimann. Mittlerweile sind auch andere Anbieter "auf den Trichter gekommen", wie selbst fotorealistische Motive aufgebracht werden können.

"Aber trotz der vielen Player auf dem Markt sind wir konkurrenzfähig. Da bekommen wir auch keinen Behindertenbonus. Liegen wir einen Cent über dem Angebot der Konkurrenz, dann fliegen wir aus dem Wettbewerb. So einfach ist das", kennt Reimann die Gesetze des Marktes.

Doch die Lebenshilfe in Wuppertal bedruckt nicht nur Becher: "Auf Anfrage unserer Kunden reinigen und lagern wir die Becher auch bei uns. Dann kriegen die Kollegen vom Lager immer zu viel, wenn wir wieder das ganze Lager belegen."