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Feuerwehr-Übung in Wuppertal: Schwieriger Einsatz, schnelle Hilfe

Feuerwehr-Übung in Wuppertal : Schwieriger Einsatz – professionelle Hilfe

Zu Pandemie-Zeiten sind Übungen für die Feuerwehr nicht ganz einfach. Mit Blick auf die Landesbestimmungen wurden die Kontakte auf das Nötigste reduziert. Aber mit dem richtigen Konzept kann die Freiwillige Feuerwehr wieder voll durchstarten und Lagen für den Ernstfall trainieren. Die Einheit Wuppertal-Hahnerberg probte nun mit den Kolleginnen und Kollegen Remscheid-Lüttringhausen die überörtliche Zusammenarbeit.

Es ist dunkel, als die Einsatzkräfte des Löschzuges Hahnerberg am Abend in der Otto-Hahn-Straße eintreffen. Über dem THW-Gelände ist eine starke Rauchentwicklung erkennbar. Auf der Anfahrt kommen die ersten Informationen. Ein Pkw soll brennen nach einem Unfall. Als das Hilfeleistungslöschfahrzeug da ist, findet sich ein vermeintlich brennender Wagen vor, in dem sich noch zwei Personen befinden sollen. Hinter der starken Rauchentwicklung ist ein Auto mit einem Zug zusammengestoßen. Der Lokführer hat sich in Panik auf das Dach des Zuges gerettet und dabei am Fuß verletzt.

Während sich der Zugführer der Feuerwehr einen Überblick verschafft, werden parallel aus dem brennenden Auto bereits die Personen gerettet, wird die Brandbekämpfung eingeleitet und werden die ersten nachrückenden Einsatzkräfte eingeteilt. Für die ehrenamtlichen Kräfte gibt es viel zu tun. Immer wieder bekommt die Zugführerin neue Erkenntnisse zu der Lage. Durch die Übungsleitstelle erfolgt die Meldung, dass die Bahnstrecke gesperrt ist. Ein Trupp macht sich sofort auf den Weg zu dem Lokführer auf dem Dach des Zuges. Schnell erhalten die Einsatzkräfte weitere Informationen.

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Der Zugführer sieht, wie zwei Personen zur linken Seite wegspringen. Nun gilt es auch sie zu finden. Der Lokführer ist nicht mehr in der Lage, die Leiter herabzuklettern. Somit bleibt nur die Rettung über die Drehleiter. Vorsichtig wird sie an den Unglücksort manövriert. Die Stützen schnell ausgefahren – schnell macht sich ein Retter mit dem Korb auf den Weg Richtung Zugdach. Der Lokführer steigt vorsichtig ein und wird so zügig zu Boden gebracht, wo er vom Rettungsdienst versorgt wird.

Parallel machen sich weiter Trupps dran, die im Fahrzeug eingeklemmten Personen zu retten. Der Pkw wird mit Keilen gegen Wegrollen gesichert. Da eventuell ungewollte Bewegungen den Insassen, aber auch den Einsatzkräften schaden können, muss das Fahrzeug mit Rüsthölzern unterbaut und somit stabilisiert werden. Die Einsatzkräfte verschaffen sich einen Zugang in den stark deformierten Wagen. Sofort wird Erste Hilfe schon in dem Fahrzeug geleistet. (Bilder:)

Der Gruppenführer und die Zugführerin überlegen sich indes einen Plan, wie man den Fahrer schonend befreit. Mit dem Spreizer wird die Kofferraumklappe geöffnet, um ein Spineboard in das Fahrzeuginnere zu bekommen. Der Verunglückte wird sicher auf dem Rettungsbrett fixiert, um ihn dann ganz vorsichtig aus dem Auto zu retten. Mit mehreren Feuerwehrleuten wird der Fahrer dann durch die Kofferraumklappe gerettet, dann zum „Bereitstellungsraum Rettungsdienst“ gebracht, wo auch er im Rettungswagen versorgt.

Die beiden vermissten Personen werden derweil durch die Einsatzkräfte entdeckt, eine Person ist in einen Graben gestürzt. Ein Retter des Löschzuges Hahnerberg steigt sofort in die Grube und versorgt die Person. Weitere Einsatzkräfte bereiten die Schleifkorbtrage vor. Vorsichtig wird sie mit Hilfe der Feuerwehrleine herabgelassen. Die Person wird vorsichtig auf die Trage gelegt. Die Schleifkorbtrage ist extra für solche Lagen und wird auch oft in der Höhenrettung oder in unwegsamen Gebieten eingesetzt. Die Einsatzkräfte bringen die Trage mit der Person nach oben und anschließend Richtung „Bereitstellungsraum Rettungsdienst“, wo sie im Ernstfall sofort in einen Rettungswagen gebracht würde.

Die zweite Person ist in ein Rohr in Sicherheit geklettert, dabei verletzt sie sich. Ohne fremde Hilfe kommt sie nicht aus der Zwangslage. Einsatzkräfte des Löschzuges Lüttringhausen betreuen die Person in dem Schacht und fordern weitere Hilfe an. Mit einer weiteren Schleifkorbtrage kann man die Person retten. Die Einsatzkräfte müssen sie auf engem Raum auf die Schleifkorbtrage fixieren. Von oben wird die Trage etwas angehoben, dabei unterstützen die Kräfte am Boden. Durch die Röhre wird die Trage geschoben und die Frau so aus der Lage befreit.

Nachdem alle Personen gerettet sind, gibt es eine kurze Einsatznachbesprechung, bevor das Szenario wieder zurückgebaut wird. Die Übung zeigt einmal mehr, dass die Feuerwehr-Einheiten – egal ob aus Wuppertal oder aus Remscheid – dieselbe „Sprache“ sprechen. Es war die erste gemeinsame Übung der beiden Löschzüge. Und sofort waren die Einsatzabläufe Hand in Hand, jeder hat jedem geholfen. Aufgaben wurden zusammen abgearbeitet und wurde gemeinsam nach der besten und schnellsten Lösung gesucht.

Wieder einmal mehr zeigt es, wie wichtig die Freiwillige Feuerwehr ist. Leben fragt nicht danach, wo es gerettet und geschützt werden muss. Die Retter müssen auf alles vorbereitet sein. Genau deswegen wird regelmäßig geübt und der Ernstfall trainiert. Wenn man in Not ist, sind sie da, um zu retten, zu löschen, zu bergen und zu schützen.